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Bilderklau – was tun?

SkylineWozu soll man noch selbst fotografieren und die Mühen einer ausgefeilten Bildbearbeitung auf sich nehmen, wenn es doch Bilder für alle Zwecke im Internet gibt? Bei der Bildbeschaffung missachten viele das Urheberrecht und manche sind so dreist, die unrechtmäßig genutzten Bilder auch noch zu verkaufen. Tilo Gockel, auch ganz persönlich von diesem Problem betroffen, hat einen Fachmann dazu befragt, was Sie gegen den Diebstahl Ihres geistigen Eigentums unternehmen können und wie hoch die Erfolgsaussichten sind.

Wir alle stecken in unsere Bilder viel Zeit und Herzblut, und nicht selten entstehen dabei auch hohe Kosten. Daher erscheint es umso gravierender, wenn diese Bilder im Netz einfach kopiert und von anderen ohne Genehmigung verwendet werden. Das Ausmaß reicht vom Jugendlichen, der seine Facebook-Website aufpeppt, bis hin zur 1:1-Kopie von Portfolio-Websites zur kommerziellen Nutzung, wie es Neil van Niekerk passiert ist (www.docma.info/20101).

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Immer gerne genommen: ein Martini Splash aus dem Archiv des Autors. Die Suche liefert immerhin 306 Ergebnisse! Die Fundstellen reichen bei diesem Bild von einschlägigen Wallpaper-Anbietern über Cocktail-Lounges bis hin zu Getränke-Märkten.

Diebstahl aufdecken

Beim Thema Bilddiebstahl lautet die erste Frage, wie man den Diebstahl überhaupt aufdeckt. Hierfür hat sich eine sogenannte inverse Bildersuche – beispielsweise mit Google – als hilfreich und leistungsfähig erwiesen: Wenn Sie unter images.google.de Ihr Bild heraufladen, zeigt Ihnen Google alle Fundstellen im Netz. Google findet das Bild auch dann noch, wenn es leicht beschnitten ist, neue, fremde Wasserzeichen hinzugekommen sind oder wenn es gespiegelt wurde. Im Screen­shot auf der folgenden Seite sehen Sie das Ergebnis, das ich mit einem Bild aus meinem Archiv erzielt habe. Unter den 221 Fundstellen sind insbesondere Wallpaper-Anbieter, die das Bild ohne Erlaubnis zum Download anbieten. Wenn Sie wie im vorliegenden Fall hochaufgelöste Bilder bei Flickr oder ähnlichen Diensten hochladen, dann ist die Wahrscheinlichkeit besonders groß, dass jemand Ihre Fotos kopiert.

Nicht alle Fundstellen müssen jedoch Plagiate sein. Motive von besonderem touristischem Interesse werden so oft fotografiert und diese Bilder ins Netz gestellt, dass Google unweigerlich eine Vielzahl sehr ähnlicher Fotos auflistet, die keine Kopien Ihrer Aufnahme sind. Kürzlich ging der Fall einer Britin durch die Medien, deren Foto eines Eisbergs der Telegraph abgedruckt hatte. Eine Chilenin glaubte darin eine bearbeitete Version ihres verblüffend ähnlichen Originals zu erkennen und protestierte gegen das vermeintliche Plagiat. Tatsächlich hatten beide Frauen 2006 auf demselben Schiff denselben Eisberg im Südpolarmeer fotografiert, mutmaßlich im Abstand weniger Sekunden.

Recht haben

Neben der per se bereits illegalen kommerziellen Nutzung scheuen sich manche Anbieter nicht, Exif-Infos und eventuell vorhandene Wasserzeichen zu löschen oder gar eigene Wasserzeichen einzufügen. Für Sie kommt es dann darauf an, dass Sie Ihre Urheberschaft stets zuverlässig belegen können. Wenn Sie die Raw-Datei archiviert haben, ist das bereits ein starkes Indiz – vorausgesetzt natürlich, dass Sie es vermieden haben, Ihre Raw-Dateien jemals herauszugeben, da sich diese Argumentation sonst genauso gut gegen Sie wenden könnte. Eine weitere Methode besteht darin, nur minimal beschnittene Bilder zu veröffentlichen: Dass Sie im Besitz eines größeren Bildes mit etwas größerem Bildwinkel sind, spricht für Ihre Urheberschaft, auch wenn es keine absolute Sicherheit gibt.

Recht bekommen

Nehmen wir an, Sie hätten einige illegale Nutzer Ihres geistigen Eigentums entdeckt und diesen Diebstahl auch per Screen­shot, IP-Nummer und notiertem Zeitstempel dokumentiert. Wie geht es nun weiter? Wie können Sie Ihre Rechte als Urheber erfolgreich geltend machen? Zu allen dieses Thema umgebenden juristischen Fragen haben wir uns an einen Fachmann gewandt und Rechtsanwalt Dennis Tölle um ein Interview gebeten.

Den vollständigen Artikel sowie das Interview lesen Sie in der neuen DOCMA-Ausgabe.

 

DOCMA64_Cover_1200Wenn Sie sofort weiterlesen möchten, kaufen Sie sich im Webshop die PDF-Version des Heftes.

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  1. kkm3105

    habe selbst einige meiner Fotos im Netz entdeckt und die Verwender angemailt – zwei haben die Fotos dann von den Seiten entfernt, der Rest gar nicht geantwortet. Da keiner der Fotokleptomanen die Fotos zum Verkauf genommen hatte (waren wohl auch zu klein dafür) und sie allesamt über den Globus verstreut waren, habe ich das eben so hingenommen. Sich dafür in Unkosten zu stürzen und endlose Schreibereien zu starten lohnt sich m.E. nicht. Viel Feind, viel Ehr‘

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