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Erste Eindrücke vom iPhone 12 Pro Max

Sollte ich das iPhone 12 Pro Max auf eine Kurzformel bringen, wären die beiden Adjektive „unhandlich“ und „unglaublich“ wohl die treffendsten. Vermutlich relativieren sie sich im Laufe der Zeit durch die Gewöhnung. Aber jetzt, ein Wochenende, nachdem der Kurier mir das größte iPhone „aller Zeiten“ gebracht hat, und drei Jahre nach der Anschaffung meines letzten iPhones könnten sie treffender nicht sein.

Erste Eindrücke vom iPhone 12 Pro Max

Unhandliche Abmaße

Das iPhone 12 Pro Max erfordert zum halbwegs komfortablen Gebrauch vor allem eins: große Hände. Obwohl mich die Natur damit ausgestattet hat, erweisen sie sich immer noch als nicht groß genug, um das 6,68-Zoll-Gerät einhändig zu bedienen. 78,1 Millimeter Breite bei 160,8 Millimeter Höhe sind wirklich keine Kleinigkeit. Die Größe entspricht etwa der, die man gemeinhin als 100-Gramm-Schokoladentafel kennt, nur ist das Gewicht mit 223 Gramm mehr als doppelt so hoch. Zum Vergleich: Ein auf Handlichkeit getrimmtes aktuelles Telefon wie das Schwesterprodukt iPhone 12 Mini ist fast eineinhalb Zentimeter schmaler, drei Zentimeter kürzer und ungefähr 100 Gramm leichter.

Perspektivwechsel

Betrachten wir das Gerät nicht weiter als sperrigen Telefon-Computer, sondern als Immer-dabei-Kamera mit eingebauter Dunkelkammer. Dann werden die Maße mit einem Schlag nicht nur vertretbar. Für viele Aufnahme- und Nachbearbeitungsaspekte sind sie in Verbindung mit dem nahezu rahmenlosen Display geradezu praktisch. Ebenso wie die mit 7,4 Millimetern ziemlich flache Gehäusetiefe – auch wenn sie wenig dazu beiträgt, das iPhone 12 Pro Max beim Fotografieren stabil und absolut ruhig in der Hand zu halten.

Unglaubliche Bilder

Worum es an dieser Stelle nicht gehen soll, sind weitere technische Details. Die findet man – in schöne Worte verpackt – in der Pressemeldung des Herstellers. An dieser Stelle geht es einzig und allein um Bilder, also um das, „was hinten rauskommt“.

Charmant formuliert könnte man sagen: Was das iPhone macht, ist nicht in erster Linie optische Fotografie. Seine besondere Qualität liegt darin, mäßiges Ausgangsmaterial mit vielfältigen Rechenkünsten visuell zu veredeln. Diesen Job macht es allerdings großartig.


HINWEIS: Alle Bilder, die in diesem Artikel vorgestellt werden, können Sie bei uns zum Selber-Beurteilen in Apples Original HEIC-Format als Bilder-Paket herunterladen. Adobes Bridge kann mit dem Bild-Format umgehen.


Ruhig halten

Erste Eindrücke vom iPhone 12 Pro Max

Ein erster Gang in den Garten mit dem neuen iPhone 12 Pro Max brachte auch gleich die erste Ernüchterung: Wie auch schon bei seinen Vorgängern fällt es mir schwer, das Gerät beim Fotografieren ruhig zu halten. Umso erstaunlicher war, was das Foto-Processing aus der Bildfolge ganz automatisch ohne jedes Zutun oder auch nur eine Aufforderung herausrechnet. Ein knackscharfes Bild – bis in die Details. Fast schon ein wenig grafisch in der Anmutung.

(K)ein Vergleich

Erste Eindrücke vom iPhone 12 Pro Max

Eine kleine Ausfahrt bei sonnigem Novemberwetter brachte die nächste Erkenntnis: In den drei Jahren der iPhone-Generationen zwischen meinem bisherigen iPhone X und dem neuen iPhone 12 Pro Max hat sich in Sachen Bildqualität Erhebliches getan. Beide Bilder sind mit Vollautomatik in der normalen Kamera-App aufgenommen. Mit Standard-Brennweite, ohne „Filter“ sowie innerhalb von ein paar Sekunden, also ohne Änderung der Lichtverhältnisse. Es wurde nur mit der „Automatischen Verbesserung“ nachbearbeitet.

Ganz nah ran

Erste Eindrücke vom iPhone 12 Pro Max

Kleine Dinge des Alltags zu fotografieren macht mit einer schlanken Kamera viel Spaß. Besonders, wenn man dabei aus der Hand arbeiten kann. Mit dem 65-Millimeter Tele-Objektiv (KB-äquivalent) des iPhone 12 Pro Max kommt man schon recht nah heran.

Erste Eindrücke vom iPhone 12 Pro Max

Gegenlicht

Erste Eindrücke vom iPhone 12 Pro Max

Noch eine Ausfahrt, diesmal in die sonntägliche Heidelandschaft. Die Sonne steht der Jahreszeit entsprechend schon in in der Mittagszeit niedrig am Himmel. Erstaunlich ist, wie souverän das extreme 18-Millimeter-Fixfokus-Weitwinkel des iPhone 12 Pro Max mit den Lichtverhältnissen zurechtkommt.

Porträt-Modus

Erste Eindrücke vom iPhone 12 Pro Max

Für mich persönlich ist bislang der gewichtigste Grund für die Arbeit mit einer KB-Kamera die Freistellungsqualität bei Porträts, die man mit offener Blende aufnimmt. Auch das iPhone X konnte schon Hintergründe unscharf rechnen, aber nur mit der Zusatzinformation einer zweiten Linse. Das war okay, aber nicht wirklich gut. Das iPhone 12 Pro Max hat neben drei Objektiven zusätzlich einen LiDAR-Sensor, der nur Tiefeninformationen aufzeichnet.

Selbstporträts mit der Front-Kamera

Auch mit der Selfie-Kamera kann man seit dem iPhone X Porträts fotografieren, bei denen der Hintergrund in gefälligen Unschärfen verschwindet. Im iPhone 12 Pro Max haben solche Aufnahmen eine Auflösung von rund 7 Megapixel. Allerdings zeigt sich in diesem Beispiel, dass die künstliche Intelligenz für die Freistellung noch weiter trainiert werden sollte, wenn sie mit nur einem Objektiv auskommen muss.

Fazit der ersten Eindrücke vom iPhone 12 Pro Max

Ganz klar, die Arbeit mit dem iPhone 12 Pro Max macht einen Heidenspaß, weil man ständig Motive entdeckt, die sich eindrucksvoll mit dem Gerät einfangen lassen. Ich werde es in den kommenden Wochen in all seinen Funktionen genauer unter die Lupe nehmen und herausfinden, wo dieses fotografische Leichtgewicht eine schwere Kameraausrüstung ersetzen kann – und vor allem: wo nicht.

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Christoph Künne

Christoph Künne ist Mitbegründer, Chefredakteur und Verleger der DOCMA. Der studierte Kulturwissenschaftler fotografiert leidenschaftlich gerne Porträts und arbeitet seit 1991 mit Photoshop.

6 Kommentare

  1. Wenn mich ein Artikel nicht interessiert, dann lese ich ihn nicht. Den Verfasser mit süffisanten und anmaßenden Vorwürfen zu konfrontieren, käme mir nicht in den Sinn. Für wen halten Sie sich, dass sie auch in meinem Namen sprechen? Ich finde den Artikel informativ; auch unter der Sicht, dass ich auf mein bestelltes iPhone 12 Pro Max noch etwas warten muss.

  2. Danke für den Artikel! Auch wenn es schon der tausendste ist, ist er doch im Gegensatz zu den allermeisten anderen aus der Perspektive eines anspruchsvollen Fotografen geschrieben… das trifft ja nur auf wenige zu.
    Mich als iPhone 11Pro Nutzer würde aber interessieren was beim 12er (max) in der Praxis dann letztendlich besser als in der Vorhängerversion ist…. vieles klingt so, als ob das mein 11er (Pro) auch schon kann…

    Was ist mit dem vermurksten Ultraweitwinkelobjektiv, das nur unscharfen Matsch liefert?
    Was ist mit den meist bei Kunstlicht stark übersättigten Farben?
    Wie verhält sich nun das bisher sehr blickwinkelsbhängige Display?
    Und greift die Nachschärfung immer noch so hart durch das die Bilder meist überschärft wirken?

    Das waren bisher jedenfalls die Punkte für mich als ambitionierter Hobbyfotograf, die ich an meinem 11er auszusetzen habe und auf einen würdigen Nachfolger warte….

    1. Hallo Herr Schowalter,
      vorab: ich habe wenig mit dem 11 Pro gearbeitet, kann daher kaum etwas aus eigener Erfahrung dazu sagen. Außer vielleicht, dass die Objektive angeblich (abgesehen vom 26er im Max) dieselben sind wie vorher. Angeblich ist der Sprung vom 11 Pro zum 12 Pro denn auch keinen Neukauf wert.
      Ich werde Ihre Fragen bei weiteren Experimenten im Auge behalten. Jetzt kann ich Sie nur auf das Bildpaket verweisen, das wir (Link im Text) zum Download abieten.

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