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Grafiken und Bilddesigns noch „grüner“ drucken

Set of Flyers, background, infographics, low polygon backgrounds, teamwok concepts and so on. 16 pieces with different styles and colors.

Flyer, Werbebroschüren oder Einladungskarten – Fotografen und Grafiker können bei der eigenen oder externen Anfertigung von Drucksachen auf umweltfreundliche Verfahren und Materialien achten. Bild: DavidArts – fotolia.com

„Der Umwelt zuliebe“: Dieser Satz ist genau wie das Thema Nachhaltigkeit bekanntermaßen in aller Munde, was nicht zuletzt alljährliche Aktionstage zeigen, die für ein nachhaltiges Leben motivieren, denn „der grüne Alltag“ kann mittlerweile in verschiedenen Lebens- und Arbeitsbereichen realisiert werden. So auch im Bereich Fotodruck und Grafikbearbeitung. Vor allem im letzten „Bearbeitungsschritt“ der digital aufgenommenen Erinnerungen kann mittlerweile umweltfreundlich agiert werden. Nicht selten wird von der Hochzeitsgesellschaft bei Fotograf oder Grafiker angefragt, ob diese nicht die Danksagungskarte mit dem schönsten Bild gestalten können, oder ein Großunternehmen gibt neben Aufnahmen des Gebäudes und Personals auch das Design und den Druck bei der Fotoagentur in Auftrag. Zudem dienen grafische Drucksachen – wie Visitenkarten – meist auch zur Eigenwerbung –, denn diese sorgen genau wie Werbeflyer im Corporate-Design für einen professionellen Auftritt. Zur umweltfreundlichen Herstellung von Grafikprodukten kann sowohl beim privaten als auch beim externen Druck auf umweltfreundliche Maßnahmen und Drucktechniken gesetzt werden. Doch wie gelangen das Foto von der letzten Familienfeier oder der Unternehmensflyer möglichst umweltfreundlich in die Umwelt?

 


Die Vorstufen des Drucks und des Druckprozesses


Bevor die eigens aufgenommenen Bilder in den Händen gehalten werden können, durchlaufen diese verschiedene Druckvorstufen. Dazu gehören in der digitalen Fotografie unter anderem die Datenaufbereitung, die Autokorrektur, Scanarbeiten, die Bildbearbeitung und das Druckverfahren. Für den Ausdruck der Fotos gibt es verschiedene Methoden – unter anderem den Digitaldruck, den Ausdruck mit dem eigenen Fotodrucker oder den Offsetdruck. Zur Herstellung von Drucksachen aus dem „künstlerischen und grafischen Bereich“ – sei es zur Erstellung eines Portfolios, eines Flyers, einer Karte oder eines Magazins – sind vor allem der Offset- und der Digitaldruck geläufig. Unter letzteren wird zum Beispiel auch der Druck mit dem privaten Drucker zuhause verstanden.

 


Der Offsetdruck – Flyer, Visitenkarten und Co. in hoher Auflage


 

offset machine roll foil laminator detail

Die Computer-to-plate Methode ist eine moderne und umweltfreundliche Technik beim Offsetdruck, die für größere Druckaufträge genutzt wird. Foto: zefart – fotolia.com

Der Offsetdruck gilt als Weiterentwicklung des Steindrucks. Im Gegensatz zum bekannten Digitaldruck, handelt es sich dabei um ein indirektes Verfahren. Das heißt, die Farbe wird nicht direkt von der Druckplatte auf das Papier gedruckt, sondern über eine weitere Walze (Gummituchzylinder) übertragen. Durch die Offsettechnik können Drucksachen, wie Flyer, mit in etwa bis zu zehn Druckwerken hergestellt werden, was unter anderem die Umsetzung einer großen Farbvielfalt verspricht. Die Vorbereitung des Drucks, sowie der Druckprozess selbst, sind aufwendig, da für jeden Druckauftrag eine individuelle Druckplatte angefertigt werden muss. Jedoch lohnt sich der Offsetdruck aufgrund der hohen Qualität der ausgegebenen Drucksachen und vor allem für eine wirtschaftliche Produktion von höheren Auflagen.

Die große Stückzahl in hoher Qualität ermöglichen verschiedene Drucktechniken, die sich mittlerweile vor allem hinsichtlich ihrer Umweltfreundlichkeit und ihrer Nachhaltigkeit unterscheiden. Unterschieden wird beim Offsetdruck zwischen diversen Techniken, die genutzt werden, um die Druckdaten auf die Druckplatten zu übertragen. Die klassische Variante ist die Computer-to-film Methode, dabei werden die Daten auf Film belichtet, danach wird dieser entwickelt und erst dann können die Filmdaten mittels eines Plattenbelichters auf die Druckplatten übertragen werden. Dadurch, dass die Druckplatte auch zusätzlich noch entschichtet und gummiert werden muss, entstehen bei dieser Druckvorstufe viele Abfälle, wie Filme oder Chemikalien, die umweltschädlich sind. Eine weitere Technik, die umweltfreundlicher ist, und sich genauso zur Produktion von diversen grafischen Druckprodukten – und zwar auch für eine hohe Auflage – eignet, ist die Computer-to-plate Technik. Dabei entfällt zunächst die Filmbelichtung, denn der Übertrag der Druckdaten findet direkt durch einen Plattenbelichter statt. Dieses Verfahren ist wichtiger Bestandteil eines umweltbewussten Produktionsablaufs – von der umweltfreundlichen Druckstufe bis hin zur energie- und wassersparender Technik – die auf onlineprinters.at ausführlich beschrieben wird, denn dabei entfallen unter anderem Film, Filmchemie und Filmspülwasser, und zudem werden die Treibhausgas-Emissionen minimiert. Die Computer-to-plate Methode ist nicht zuletzt aufgrund ihrer besseren Umweltverträglichkeit eine der modernsten Techniken. Hierbei wird der Gebrauch von Gummierung, chemischem Druckplattenentwickler nur zu wirklich notwendigen Anteilen benutzt und die noch entstehenden Abfallprodukte werden recycelt. Damit sich der Offsetdruck in zweierlei Hinsicht nachhaltig lohnt, sollte dieser in etwa ab einer Auflagenhöhe von 300 Stück genutzt werden. Was die Papierauswahl betrifft, ist der Auftraggeber flexibel, denn im Offset können verschiedene Oberflächen und Stärken bedruckt werden.

 


Der nachhaltige und effiziente Druck zuhause


 

Drucker

Kleinere Druckaufträge oder einzelne Bilder können auch mit Farbdruckern erstellt werden. Die Patronen sind meist recycelbar. Foto: Sven Hoppe – fotolia.com

Für kleinere Auflagen oder den Druck von einzelnen Fotos kann auch der heimische Tintenstrahldrucker zum Einsatz kommen. Für den Ausdruck eignen sich Farbtintendrucker. Einige Modelle sind sogar auf das Ausdrucken von Bildern ausgerichtet. Bestimmte Fotodrucker sind mit bis zu acht verschiedenen Einzelfarben ausgestattet. Auf die Art und Weise kann ein größerer Farbraum durch Mischfarben entstehen – was die Optik und vor allem die „realistische“ Optik der Bilddarstellung begünstigen kann. Bei der Gestaltung der Bilder beziehungsweise die Vorbereitung auf den Druck gibt es spezielle Programme, die für die Farbtreue beim Druck sorgen.

Umweltfreundliche Entsorgung der Patrone:
* Tintenpatronen gehören nicht in den Restmüll: Viele Patronen sind recyclingfähig (viele Patronen bestehen aus den wiederverwerteten Kunststoffen anderer Behälter).
* Leere Tintenpatronen zum Recycling an den Hersteller zurückgeben: Nähere Hinweise zur Rückgabe finden sich oft in der Verpackung und Versandaufkleber können meist beim Hersteller angefordert werden.
* Weitere Entsorgungsmöglichkeit: Kommunale Abfallentsorgungsgesellschaften nehmen häufig leere Tintenbehälter entgegen und führen diese dem Recycling zu. Zudem gibt es auch private Entsorgungsunternehmen.

 

 


Recycelbares (Foto)papier – umwelt- und druckfreundlich


 

Fotografie

Für den Druck einzelner Bilder oder Designs gibt es umweltfreundliches Papier – auch Fotopapier – mit verschiedenen Oberflächen. Foto Gerhard Wanzenböck – fotolia.com

Zum Druck gehört neben der Durchführung, welche zuhause oder für größere Druckauflagen in einer Druckerei erfolgt, das passende Papier. Denn dieses kann dem Flyer oder dem Bild noch einmal eine ganz spezielle Wirkung verschaffen oder diese intensivieren. Glänzende Materialien geben die Farben eines Drucks sehr brillant wieder und verstärken die Schärfe. Während eine glatte Papieroberfläche die Farbreflexion unterstützt, wobei Details durch die Spiegelung verloren gehen können, treten die Störungen, die durch die Reflexion entstehen können, bei matten Oberflächen hingegen weniger auf. Auch für Flyer oder kleinere Plakate kann zwischen verschiedenen Papiersorten gewählt werden. Wobei es dabei meist weniger auf die Oberfläche, als vielmehr auf die Papierdicke ankommt. In der Regel gilt: Je höher das Papiergewicht ist, desto griffiger und stabiler ist das Papier. So sollten Gruß- oder Visitenkarten um eine gute Qualität zu erhalten, beispielsweise auf Papier ausgedruckt werden, das in etwa mindestens eine Stärke beziehungsweise ein Papiergewicht von 100 Gramm pro Quadratmeter hat. Das Papier ist zudem mit einer speziellen Beschichtung erhältlich, die das Verlaufen der Druckertinte verhindert.

Die verschiedenen Papierarten gibt es ebenso wie spezielles Fotopapier in recycelbaren und umweltfreundlichen Varianten, die für Tintenstrahldrucker geeignet sind. Recycling-Papiere sind – ob Foto- oder „einfaches“ Papier – unter anderem mit dem Gütesiegel  „FSC“ (Forest Stewardship Council) gekennzeichnet. Die FSC-Organisation wird von Umweltverbänden wie WWF unterstützt. Mit dem Kauf von FSC-gesiegelten Produkten wird nach diesem Artikel der Erhalt der Umwelt sowie die nachhaltige Ressourcennutzung unterstützt. Und um das Fotopapier auch umweltfreundlich zu entsorgen, kann es Sammelsystemen, die zum Beispiel auch Getränkekartons verwerten, zugeführt werden.

 

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