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Die Kunst der RAW-Konvertierung

In ihrem Buch zeigen die Autoren Steinmüller und Jürgen Gulbins, was RAW-Konvertierung heißt und wie sie mit verschiedenen Werkzeugen umgesetzt werden kann.

Ach, da freut sich der Profi. Letzte Woche wird ein Buch nur zu Adobe Camera Raw angekündigt, diese Woche erscheint ein Band, der auch die anderen „führenden“ Raw-Konverter unter die Lupe nimmt. Da blickt man doch auch über den pathetischen Titel lächelnd hinweg. Doch die Freude wird schon auf den ersten Seiten gedämpft. Der pathetische Grundton der Selbstbeweihräucherung zieht sich durch das ganze Buch. Gut, gut, daran soll man kein Fachbuch messen ? aber es nervt trotzdem. Inhaltlich hebt es dagegen nicht ab und adressiert eher Einsteiger. Nach einer Einleitung und einer Erklärung, was denn die verschiedenen Farbmodi sind, die mir schon aus Steinmüllers letzten Buch „Die digitale Dunkelkammer“ bekannt vorkommen (aber immerhin entschuldigt er sich schon im Vorwort für „Überschneidungen“), geht es dann nach rund 40 Seiten in den „Basis-Workflow“. Wir lernen etwas über die Arbeit mit dem Histogramm bei der Aufnahme und wie man die Bilder in den Computer bekommt. Danach geht es viele Seiten lang (genau 41) um Adobe Camera Raw 3.0 (also die Version von CS2). Gemessen an der Kürze wird alles Wichtige hinreichend abgehandelt. Danach folgen 23 Seiten über die Bedienung des Raw-Shooters von Pixmatec, ein kostenloses Tool, das aber ausschließlich für Windows angeboten wird. Dieser Part ist sicherlich für die meisten Amateure der interessanteste. Nicht jeder wird Photoshop wegen des neuen Raw-Moduls updaten wollen und mit dem Raw-Shooter steht ein sehr brauchbares Werkezug zur Verfügung. Beschränkt sich das Interesse auf diesen Bereich, sei der geneigte Leser auf die Ausgabe 3/2005 von Steinmüllers PDF-Magazin Fotoespresso verweisen, in der sich eine verkürzte Einführung in das Programm kostenlos lesen lässt.
Im Kapitel „Weitere Raw-Konverter“ wird auf sechs Seiten Capture One vorgestellt, fünf Seiten sind Bibble gewidmet, sechs Seiten dem Canon Tool DDP und sieben Sieten Nikon Capture. Das ist sicherlich besser als nichts, wird aber dem Untertitel des Buches „Raw-Files bearbeiten mit Adobe Photoshop CS2 und führenden Raw-Konvertern“ nicht wirklich gerecht. Danach geht es 20 Seiten lang ums „Bilder perfektionieren“, 15 Seiten befassen sich mit der Stapelverarbeitung (ein zentrales Thema für Profis) in ACR (Adobe Camera Raw), Capture One und Raw-Shooter. Ebensoviel Buchanteil belegen die Themen DNG (Digitales Negativ) und Matadaten. Zum Schluss erfährt man noch (recht ausführlich) wie man zu kameraspezifischen ICC-profilen kommt und wie ein Raw-Workflow für Schwarzweiß-Fotografen in den unterschiedlichen Programmen eingerichtet wird.
Insgesamt hinterlässt das Buch einen zwiespältigen Eindruck. Für den, der schon ein wenig mit Raw-Daten gearbeitet hat, steht hier nicht viel Neues. Auch werden alle ein Stück weit enttäuscht, die schon Steinmüllers „Die digitale Dunkelkammer“ gelesen haben. Einsteiger hingegen, dürften den Überblick über Möglichkeiten und Unterschiede der einzelnen Tools zu schätzen wissen, zumal sie auch gleich noch eine praxisorientierte Bedienungsanleitung dazu erhalten.

Die Kunst der RAW-Konvertierung
Uwe Steinmüller, Jürgen Gulbins
Broschiert, 224 Seiten
Dpunkt Verlag, August 2005

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