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Wozu gibt es eine Hintergrund-Ebene in Photoshop?

In meinem heutigen Blog gehe ich mal auf eine Frage ein, die selbst vielen Photoshop-Experten nicht ganz klar ist: Was hat es eigentlich mit der Hintergrund-Ebene in Photoshop auf sich? Braucht man die überhaupt?

Hintergrund-Ebene in Photoshop
Die Hintergrund-Ebene in Photoshop hat wichtige Funktionen. Foto: Olaf Giermann

Hintergrund-Ebene: Was ist das?


Die Hintergrund-Ebene ist die unterste Ebene in Photoshop, heißt Hintergrund und trägt ein Schlosssymbol (siehe Abbildung). Fälschlicherweise wird in gar nicht so wenigen Tutorials im Netz behauptet, dass man die Hintergrund-Ebene nicht bearbeiten könne und sie daher immer entsperrt werden muss. Tatsächlich kann sie jedoch nur nicht verschoben oder transformiert werden.

Die Hintergrund-Ebene ist immer so groß wie die Arbeitsfläche – anders als „freischwebende“ Ebenen (also alle anderen Ebenen) kann sie keine nicht sichtbaren Teile außerhalb der Arbeitsfläche beinhalten.


Hintergrund-Ebene: Wozu?


Die Hintergrund-Ebene in Photoshop hat einige wichtige Aufgaben zu erfüllen:

  • Ein Bild (TIFF, PSD …), das nur aus einer Hintergrund-Ebene besteht, hat eine kleinere Dateigröße auf der Festplatte, als dasselbe Bild mit einer schwebenden Ebene.
  • Wenn die Hintergrund-Ebene die einzige Ebene in der geöffneten Datei ist, können Sie sicher sein, dass keine unsichtbaren Elemente (zum Beispiel Ebenen-Reste) außerhalb der Arbeitsfläche liegen und die Dateigröße unnötig aufblähen.
  • Da die Hintergrund-Ebene nicht verschoben werden kann, hält sie sozusagen die originale Fotoposition fest und dient als Referenz, falls Sie einmal unabsichtlich andere bei der Bearbeitung des Fotos angelegte Ebenen verschoben haben sollten.
  • Wenn Sie eine Datei verkleinern, die nur aus einer schwebenden Ebene besteht, entstehen durch die umliegenden transparenten Bereiche aufgrund der Interpolation teildurchsichtige Ränder an den Bildgrenzen. Mit einer Hintergrund-Ebene passiert das nicht.
  • Das Zusammenfassen auf die Hintergrund-Ebene ist ein nützlicher Startpunkt für das Anwenden von umfangreichen Aktionen und stellt sicher, dass diese fehlerfrei ablaufen können, ohne dass der Anwender auf die gerade gewählte Ebene achten muss.
  • Die Hintergrund-Ebene ist notwendig für den erweiterten Mischmodus »Aussparung: Stark«, mit dem man sozusagen einen Durchblick durch alle Ebenen bis auf die Hintergrund-Ebene freilegen kann, ohne jede Ebene einzeln zu maskieren.
  • Die Hintergrund-Ebene ist auch notwendig, damit bestimmte Funktionen korrekt funktionieren, wie zum Beispiel das Exportieren von Color Lookup-Tabellen oder der Filter HDR Tonung.

Hintergrund-Ebene: Entsperren?


Die Hintergrund-Ebene können Sie mit einem einzigen Klick auf das Schloss-Symbol entsperren und dann frei verschieben oder transformieren. Sie können die Hintergrund-Ebene aber auch ohne Entsperren per Drag & Drop in andere Dokumente ziehen, mit einem Klick auf »Maske hinzufügen« direkt in eine schwebende Ebene mit Maske umwandeln oder sie auch direkt über einen Rechtsklick in ein Smartobjekt konvertieren.

Die Hintergrund-Ebene: in Photoshop – TIPP: Falls Sie regelmäßig die Hintergrund-Ebene entsperren, können Sie in Photoshop einstellen, Bilder immer ohne Hintergrund-Ebene zu öffnen. Wie das geht, erfahren Sie hier: Hintergrundebene automatisch entsperren und nach Ursprungsdatei benennen.


Hintergrund-Ebene in Photoshop: Erzeugen


Sie haben gar keine Hintergrund-Ebene, möchten aber eine? 😉 Kein Problem, nutzen Sie den Befehl »Ebene > Neu > Hintergrund aus Ebene«.

Beste Grüße,

Olaf

Olaf Giermann
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Olaf Giermann

Sein Erstkontakt mit Photoshop erfolgte 2003 an der Uni, an der das Programm als reine Scanner-Software eingesetzt wurde. Inzwischen gilt Giermann sprichwörtlich als das »Photoshop-Lexikon« im deutschsprachigen Raum und teilt sein Wissen in DOCMA, in Video­kursen und in Seminaren.

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