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Wenn die Plug-ins flügge werden

Plug-ins, das waren doch immer die kleinen Helfer, die sich in Photoshop einklinkten, um dessen Fähigkeiten zu erweitern – nützlich, aber auf sich allein gestellt nicht lebensfähig. Über die Jahre sind aber oft komplette Anwendungen daraus geworden, die gar nicht mehr auf Photoshop angewiesen sind und ganz alleine viele Aufgaben der Bildbearbeitung erledigen können.

Schon weil der Plug-in-Mechanismus solche Erweiterungen in ihren Möglichkeiten beschränkt, sind die Hersteller oft dazu übergegangen, sie als eigenständige Anwendungen zu implementieren. Ein schlankes Plug-in dient nur noch dazu, die Anwendung zu starten, die Bilddaten aus Photoshop zu übergeben und schließlich das Ergebnis wieder in Photoshop zu übernehmen. Durch die Auslagerung der Bildbearbeitung an eine Hilfsanwendung fallen auch Speicherplatzbeschränkungen weg, denn die separate Anwendung verwaltet unabhängig von Photoshop ihren eigenen Speicher. Beispiele für diese Technik sind die Filter von ON1, Topaz Labs und Alien Skin Software. ON1 hat seine Filter jüngst zu einer einzigen Anwendung ON1 Photo 10 konsolidiert; mit den verschiedenen Plug-ins rufen Sie jeweils einzelne Teile der Anwendung auf.

Hinter den Plug-ins von ON1 steht eine einzige Anwendung, ON1 Photo 10, die sich auch unabhängig von Photoshop für Funktionen wie hier der Rauschunterdrückung nutzen lässt.

Hinter den Plug-ins von ON1 steht eine einzige Anwendung, ON1 Photo 10, die sich auch unabhängig von Photoshop für Funktionen wie hier der Rauschunterdrückung nutzen lässt.

Andere Plug-ins sind zusätzlich als eigenständige Anwendungen verfügbar und deshalb nicht auf Photoshop angewiesen; so ist es bei den Filtern der Nik Collection. Aber auch Hilfsanwendungen, die über Plug-ins aufgerufen werden, können Sie ohne Photoshop nutzen. Teilweise haben diese Menübefehle, mit denen sich Dateien direkt in dieser Anwendung öffnen lassen. Selbst wenn – wie bei den Filtern von Alien Skin – solche Menübefehle fehlen, können Sie Bilddateien immer noch direkt öffnen – Sie brauchen sie nur auf das Anwendungssymbol zu ziehen.

Die immer mächtigeren Filter-Anwendungen können für manche Bildbearbeitungsaufgaben eine Alternative zu Photoshop sein, das als Wirtssoftware nicht mehr zwingend benötigt wird. Mehr über Alternativen zu Photoshop berichte ich in der DOCMA 68, die ab dem 9. Dezember 2015 am Kiosk bereit liegt; Abonnenten sollten das Heft dieser Tage im Briefkasten finden. Auch in künftigen Ausgaben werden wir an diesem Thema dranbleiben.

Michael J. Hußmann

Michael J. Hußmann

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