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Olafs Wochenschnipsel: KW 42

Olafs Wochenschnipsel: KW 42

Wiener Kunstwerke auf onlyfans.com

Selbst harmlose, vorgeschichtliche Figürchen wie die Venus of Willendorf werden bei Facebook und Co inzwischen zensiert. © NHM Wien/Alice Schumacher
Selbst harmlose, vorgeschichtliche Figürchen wie die Venus of Willendorf werden bei Facebook und Co inzwischen zensiert. © NHM Wien/Alice Schumacher

Es klingt wie ein Scherz, aber Wiener Kunstwerke, die Nacktheit enthalten, findet man jetzt auf onlyfans.com – mehr oder weniger eine Erotik- und Porno-Plattform. Grund ist die Prüderie amerikanischer Social-Media-Plattformen wie Instagram, Facebook und Co. Selbst meiner Meinung nach völlig harmlose Gemälde werden dort blockiert und ganze Kunstkanäle gesperrt. Jetzt darf man sich also die Werke früherer Kunstschaffender mit einem „Porno-Abo“ anschauen. Schöne neue Welt! Da bleibt mir das LOL im Halse stecken.

Mehr Informationen auf wien.info

Die VR-Lösung Vogelflug-Simulator für Menschen inklusive Flugwind 🙂

Quelle: FMNJI
Quelle: FMNJI

Kollege Michael hatte Mittwoch schon das Metaverse thematisiert. Für mich würde das erst wirklich spannend, wenn es denn auch körperlich erfahrbar wäre. Ein Weg wäre ja die völlige Abkopplung unseres Nervensystems von der Umgebung und der direkten Eingabe/Ausgabe der Bewegungsdaten im jeweiligen Gehirnbereich. Ob und wann das umgesetzt werden kann, steht noch in den Sternen.

Näher dran ist da schon eine Umsetzung mit entsprechenden Simulatoren, in denen man entweder laufen oder – und darüber bin ich letzte Woche gestolpert – fliegen kann. Das ist jetzt nichts Brandneues, aber nach wie vor spannend. Ob sich das durchsetzen und verbreiten können wird?

Hier geht es zum Video mit dem Vogelflug-Simulator für Menschen – inklusive Flugwind:

Hier eine Lösung für freies 360°-Laufen mit VR-Brille:

Insta und Adobe Max: Ich bin Sophie Scholl

Foto: swr.de. Olafs Wochenschnipsel: KW 42
Foto: swr.de

Der einzige Kanal auf Instagram, bei dem ich mir regelmäßig die Story-Reels anschaue: „Ich bin Sophie Scholl“. Eine klasse Idee und ein toll umgesetztes Projekt, bei der die Vergangenheit auf die heutige Mediennutzung projiziert wird. Mehr Informationen zum Projekt hier.

Durch die täglichen, persönlichen „Handy-Storys“ werden die letzten Monate von Sophie Scholl nachgestellt. Man kann sich in den Wahnsinn des normalen Alltags im Krieg hineinversetzen (da wird zu Hause Brot gebacken und studiert, während in Stalingrad die 6. Deutsche Armee in ihren Untergang „schlittert“). Umso bedrückender, wenn man während der in Echtzeit erfolgenden Storys weiß, dass die porträtierte Sophie Scholl hier nur noch bis Februar 2022 leben darf und dann ermordet wird.

Natürlich muss hier eine „Willentliche Aussetzung der Ungläubigkeit“ erfolgen, denn diese Art der sozialen Medien wäre in einer Diktatur wie dem „12-Jährigen-Reich“ undenkbar und auch unklug gewesen. Da hätte selbst die eine harmlose Story, in der zu amerikanischer Musik getanzt wird, schon zu Problemen mit der Staatsmacht geführt.

Übrigens sind die Macher und Darsteller des Projekts auch nächste Woche auf der Adobe MAX 2021, und zwar am Donnerstag. Hier geht es zur Session-Anmeldung.

Adobe Max Braindate

Die findet wie schon im Vorjahr kostenlos und online statt. Neu ist dieses Mal die Funktion „Braindate“, bei der man Konversationen zwischen Teilnehmern der Max organisieren und durchführen kann. Oder einfach nur zuhören. Also so eine Art Adobe-Clubhouse, falls ich das richtig verstanden habe. Werde ich nächste Woche mal ausprobieren.

Direktlink

Action Browser 2.0

Olafs Wochenschnipsel: KW 42

Den Action Browser und seine Möglichkeiten zur Workflowbeschleunigung hatte ich Ihnen hier schon einmal vorgestellt. Jetzt gab es ein kleines Update, mit großer Wirkung: Man kann jetzt nicht nur Aktionen als Favoriten markieren, sondern ihnen per Rechtsklick auch Farben zuweisen. Anwendungsbeispiel: Alle Aktionen für die Beauty-Retusche rot markieren, alle Aktionen für Bild-Export blau, alle Effekt-Aktionen grün. Anschließend kann man per Mausklick auf die Farbleiste über der Aktionen-Liste schnell nur die gewünschte Gruppe von Aktionen einblenden. Nice!

Herstellerseite

Sebastião Salgado

Falls Sie den Fotografen Sebastião Salgado nicht kennen sollten, schauen Sie sich einmal seine Fotos einer Goldmine in Brasilien an, auf der er nach langem Ringen eine Woche fotografierend verbringen durfte. Die beeindruckenden und unwirklich wirkenden Szenen erinnern an alte, monumentale Stummfilme oder an die große Helms-Klamm-Schlacht in Teil 2 von Peter Jacksons Herr-der-Ringe-Verfilmung. Tatsächlich wurden die Fotos aber erst vor 30 Jahren gemacht. Unglaubliche Zustände! Leiter hoch, Leiter runter. Tagein, tagaus. Ein guter Zeitpunkt, einmal über seine eigenen aktuellen, hoffentlich vergleichsweise kleinen Probleme nachzudenken und sie neu zu bewerten.

Mehr Informationen zum Fotografen und zur Fotostrecke bei tagblatt.ch und bei faz.net.

(c) Sebastião Salgado
(c) Sebastião Salgado
(c) Sebastião Salgado
(c) Sebastião Salgado
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Olaf Giermann

Sein Erstkontakt mit Photoshop erfolgte 2003 an der Uni, an der das Programm als reine Scanner-Software eingesetzt wurde. Inzwischen gilt Giermann sprichwörtlich als das »Photoshop-Lexikon« im deutschsprachigen Raum und teilt sein Wissen in DOCMA, in Video­kursen und in Seminaren.

3 Kommentare

  1. Danke für den Hinweis auf das Update für den Action Browser, davon hätte ich sonst nix mitgekriegt.
    Wer viel mit Aktionen arbeitet, kommt um den Action Browser nicht herum, wenn man die Übersicht behalten will.

  2. Ich meine mich zu erinnern, in Kontext von “Genesis” damals gelesen zu haben, daß die Serra Pelada-Bilder leicht Mißverstanden werden können. Bei ihrem Erscheinen war der Aufschrei groß, dort würden Arbeitskräfte wie Sklaven gehalten und das einzelne Schicksal gelte nichts. Die Mine war aber wohl als eine Art Kooperative an Alle freigegeben, die Arbeit dort freiwillig und das Militär eher zum Schutz da. Damit möchte ich keinesfalls die Lebensumstände der dort Arbeitenden schönreden.

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