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MetaHuman Creator: Ein Wendepunkt in der 3D-Kreation?

Epic Games hat für Ihre Unreal Engine den Early Access für den beeindruckenden MetaHuman Creator freigeschaltet.

MetaHuman Creator
Digitale Menschen konfigurieren – mit dem MetaHuman Creator. Screenshot: Epic Games

Falls Ihnen nichts aus dem vorhergehenden Satz etwas sagt, macht das nichts. Er könnte jedoch eine kleine Revolution bedeuten. Denn in anderen Worten: Es gibt jetzt eine neue webbasierte Anwendung namens MetaHuman Creator, mit der jedermann beeindruckend fotorealistische Personen erzeugen und animieren kann. Und zwar in Echtzeit – also ohne das Ergebnis erst stundenlang berechnen zu lassen. Voraussetzung ist freilich ein Highend-PC mit einer RTX-Grafikkarte. Das hier war der erste Trailer aus Februar 2021:

Zurzeit gibt es noch einen limitierten Zugang, für den man sich hier bewerben kann. Mehr Informationen finden Sie ebenfalls hier. Hier der Trailer zum Early-Access-Zugang:

Eine Revolution?

Schon jetzt entstehen viele Dinge, die wir im Alltag sehen, am Rechner. Die prominentesten Beispiel sind sicher, dass die Inhalte von IKEA-Katalogen und Autowerbung oft reines 3D sind. Auch die visuellen Effekte (VFX) in Film und Fernsehen basieren darauf. Und da hat sich der Produktionsprozess in den letzten Jahren schon sehr gewandelt – eben auch durch Echtzeittechnologien wie der Unreal-Engine. Der MetaHuman Creator setzt da noch einmal einen drauf. Mit ihm kann man Figuren wie den Helden in einem Videospiel aus verschiedenen Versatzstücken zusammenstellen, verschiedene Gesichtsmerkmale stufenlos überblenden, Körperbau und Kleidung anpassen. Das Ergebnis ist dann ein geriggter und animierbarer Character.

Gerade das Modellieren und Riggen von Menschen war bisher absoluten Experten in hochspezialisierten Firmen vorbehalten. Diese neue, einfache Technologie wird einen massiven Einfluss darauf haben, wie digitale Inhalte in Zukunft entstehen und wie sich die kreativen Visionen eines Kinoimperiums, einer größeren Agentur, eines kleineren Studios oder sogar einer Einzelperson umsetzen lassen. Ich frage mich da gerade, inwiefern sich die zum Beispiel bei „The Mandalorian“ genutzte, teure LED-Bühnen-Technologie noch halten wird – mit einer Kombination aus VR und AR und den damit virtuell darstellbaren Echtzeitrender-Welten sehe ich eine massive Kostenersparnis – ohne Qualitätsverlust. Aber schauen wir mal.

Von der immer noch aktuellen Pandemie mal abgesehen: Spannende Zeiten!

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Olaf Giermann

Sein Erstkontakt mit Photoshop erfolgte 2003 an der Uni, an der das Programm als reine Scanner-Software eingesetzt wurde. Inzwischen gilt Giermann sprichwörtlich als das »Photoshop-Lexikon« im deutschsprachigen Raum und teilt sein Wissen in DOCMA, in Video­kursen und in Seminaren.

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