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iPad-Photoshop: Juli-Update und Zwischenfazit

In Photoshop auf dem iPad gibt es nun auch die Möglichkeit, Kanten zu verbessern und die Arbeitsfläche zu drehen. Toll, iPad-Photoshop!

iPad-Photoshop
Die auf dem iPad in Photoshop hinzugekommene Kantenverbesserung (hier bei den Haaren) liefert verzögerungsfrei sehr gute Ergebnisse. Bild: Olaf Giermann

Die etwas längere und differenziertere Version

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Neuerung 1: Kante verbessern
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Neuerung 2: Arbeitsfläche per Zwei-Finger-Geste drehen. Schnelles Zusammenziehen der Finger setzt die Arbeitsfläche wieder zurück.
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Die In-App-Übersicht verspricht, dass die am heißesten erwarteten Funktionen bald kommen. Lassen wir uns mal überraschen. 😉

Beide Features waren (wie so viele andere!) überfällig und beide sind essenziell – das eine für Fotomontagen, das andere für ergonomisches Malen eines Bildes oder einer Maske.

Tatsächlich funktionieren beide Neuerungen auf dem iPad intuitiv und super flüssig. Vor allem das »Kante verbessern« würde ich jederzeit gegenüber dem doch eher sperrigen »Auswählen und maskieren«-Dialog der Desktop-Version bevorzugen. Obwohl es auch auf dem iPad nicht meinen Hauptkritikpunkt an »Auswählen und maskieren« nicht löst: Man sieht eben nicht, wo man während eines Pinselstrichs bereits gemalt hat, und man sieht bei Verwendung eines druckempfindlichen Stiftes auch nicht die aktuelle Pinsel-Größe. Damit wird Genaues verfeinert, etwa von einzelnen Haarsträhnen zu einem Ratespiel.

Noch ein kleiner Wermutstropfen in iPad-Photoshop: Leider lässt sich »Kante verbessern« auf dem iPad ausschließlich auf Auswahlen anwenden, nicht jedoch auf Masken.

»Kante verbessern« ist in der iPad-Version von Photoshop etwas versteckt: Sie müssen ein Auswahlwerkzeug aktiv und eine Auswahl getroffen haben. In der Kontext-Bar am unteren Bildschirmrand finden Sie den Befehl unter dem Symbol mit den drei Punkten (Ellipse-Menü).

Meine Meinung und mein Zwischenfazit zur iPad-Version

Also, ich nutze Photoshop auf dem iPad recht gern, obwohl die Möglichkeiten nach wie vor extrem eingeschränkt sind. Seit meinem LinkedIn Learning-Kurs zur ersten iPad-Photoshop-Version in 2019 sind neben den zwei oben erwähnten Funktionen die Lightroom-Anbindung, Gradationskurven und die extrem nötige Anpassbarkeit der Druckempfindlichkeit hinzugekommen. Alles gut und schön und überaus willkommen – aber unter uns: Für diese fünf Funktionen plus Bugfixes brauchte es weeeeit über ein halbes Jahr? Ernsthaft? Während es nach wie vor kein Verformen und keine Smartobjekte und keinerlei Filter gibt – geschweige denn Smartfilter? Ich kann diese „Strategie“ nicht nachvollziehen. Das neue Cloud-Dokumente-Format hat sicher viel Entwicklungszeit gefressen. Und das ist tatsächlich ziemlich genial, da bei Änderung eines einzelnen Pixels sozusagen nur dieses eine Pixel hochgeladen wird.

Photoshop auf dem iPad finde ich toll und auch wichtig! Und bei dem Wenigen, was es da derzeit an Funktionen gibt, hat Adobe in der UI vieles richtig designed (wahrlich nicht alles). Ich fühle mich in Photoshop jedenfalls deutlich wohler als in iPad-Affinity-Photo, das tatsächlich fast alle Funktionen der Desktopversion enthält (beeindruckend!), aber das ziemlich konfus organisiert ist und viele Menüwechsel erfordert. Sowohl Affinity Photo als auch Photoshop können sich da einiges von Procreate und anderen Apps abschauen, die konsequent intuitive Gesten für die Basisfunktionen nutzen.

Na mal schauen, was die Zukunft noch so bringt. 🙂

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Olaf Giermann

Olaf Giermann gilt heute mit 20 Jahren Photoshop-Erfahrung sprichwörtlich als das »Photoshop-Lexikon« im deutschsprachigen Raum und teilt sein Wissen in DOCMA, in Video­kursen und in Seminaren.

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2 Kommentare

  1. Meine Frage passt nicht so ganz.

    Mit dem letzten Update hat sich die Benutzeroberfläche von ACR geändert. Gibt es eine Möglichkeit auf die alte Version der Oberfläche zurück zu wechseln?

  2. Ich glaube das lange warten, und die kleinen Schritte haben damit zu tun, das Adobe, laut Apples letzter keynote (online), dabei ist, die CC für einen Mac mit „Apple Silicon (ARM Prozessor?)“ zu konvertieren, wenn nicht sogar neu zu programmieren. Denn wie zu hören/sehen war, sollen dann (in zwei???? Jahren) alle Apps auf allen Apple Geräten laufen. Ich möchte mir gar nicht vorstellen was das für ein Aufwand ist. Microsoft ist da mit seiner Office Suite ja deutlich weiter, die läuft ja schon auf dem iPad. Ich tu‘ mich noch ein bisschen schwer mit PS auf dem iPad, finde aber den Ansatz bisher ganz OK.

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