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Boris FX Optics – Die bessere Filter-Galerie für Photoshop?

Olafs Spontan-Tipp

Photoshops Filter-Galerie

Kennen Sie die Filter-Galerie in Photoshop? Sie ermöglicht manche tolle Effekte (wie zum Beispiel heiße Abluft eines Auspuffs oder Schornsteins mit dem »Glasfilter« zu simulieren, oder etwa mit dem »Rasterungseffekt« Scanlines zu erzeugen), sie erlaubt, innerhalb der Filteroberfläche mehrere Filter über „Ebenen“ zu kombinieren und – sie erscheint aus heutige Sicht mindestens eine Million Jahre alt! Die Filter sind immer noch nützlich, sollten aber mal (wie zum Beispiel auch der »Wolkenfilter« oder der »Radiale Weichzeichner« (strahlenförmig!) in Vorschau und Bedienung auf einen aktuellen Stand gebracht werden.

Die Entwicklungsgeschwindigkeit im digitalen Zeitalter umgerechnet auf echte Jahre könnte das sogar hinkommen. Die Oberfläche fühlt sich jedenfalls wirklich altbacken und unflexibel an, die Filter erzeugen Ergebnisse, die man ohne professionell aufwendige und komplexe Filterkombinationen, die sehr lange Tutorials bräuchten, heute keinem Betrachter mehr zumuten mag. Seit die Filtergalerie im Jahre 2003 mit Photoshop CS eingeführt wurde, hat sie keinerlei Neuerung erfahren.

Boris FX Optics
Oldschool: Die Filtergalerie in Photoshop. Man kann zwar mehrere der uralten Filter als Ebenen übereinanderlegen, aber das war es auch schon. Stockfoto: Adobe Stock #10250263

Falls Sie 17 Jahre später nicht mehr länger auf eine Renovierung und Grunderneuerung der Filtergalerie durch Adobe warten möchten, habe ich einen Tipp für Sie, den ich gerade eben erst selbst erhalten habe: Boris FX Optics.

Filtergalerie 2.0: Boris FX Optics

Boris FX ist bekannt für seine Visual Effects- und Motion Graphics-Programme und Plug-ins. Boris FX | Optics ist dabei das jüngste Mitglied der Produktfamilie und das erste für Fotografen.

Boris FX Optics
DIe Software Boris FX Optics hat mich trotz ihrer etwas verkorksten Oberfläche schon angesichts des großen Funktionsumfangs beeindruckt. Hier habe ich eines der vielen mitgelieferten Gobos für ein Fensterlicht überlagert, mit einem Schieberegler die Versetzung auf der Person angepasst und ein Farbpreset angewendet. Alles ist frei anpassbar. Stockfoto: Adobe Stock #117362719

Die hier vorhanden Möglichkeiten sind extrem vielfältig und umfangreich. Da ich das Plug-in erst „vorhin“ gekauft habe, deshalb nur ein erster Kurzeindruck von mir.

Das Negative mal gleich zuerst:

  • die Oberfläche ist unorthodox (es gibt keine klar erkennbaren OK oder Abbrechen-Schaltflächen – für diese wurde ein Zahnrad- und ein X-Symbol gewählt)
  • Das Programm ist komplex. Sie können es zwar nutzen, um sich einfach durch die Vorgaben zu klicken, aber damit holen Sie wenig aus dem Potential heraus.
  • Nicht immer entspricht das Renderergebnis 1:1 der Vorschau im Filter.
  • Bei einigen Filtern, wie zum Beispiel der Vignette, hatte ich Anzeigefehler, die nicht wieder verschwanden, nachdem ich kurz die Füllmethode des Effekts im Filter geändert hatte.
  • Boris FX gibt es nur auf English.

Das Positive/Beeindruckende:

  • Es gibt unzählige Look-, Korrektur- und Filter-Vorgaben und wirklich extrem viele Presets an dynamischen Lichtflares, Light-Leaks, frei entlang Pfaden platzierbaren Blitzen … Eine wahre kreative Fundgrube! Beeindruckend.
  • Alle Vorgaben lassen sich über viele Schieberegler fein anpassen.
  • Man kann innerhalb des Filters mit Ebenen arbeiten, deren Reihenfolge sich frei verändern lässt und so kreative Kombinationsmöglichkeiten bietet.
  • Man kann jede Ebene individuell maskieren – nicht nur durch Malen oder Verläufe, sondern durch einen eingebauten „Auswählen und maskieren“-Modus, in dem man durch schnelle Pinselstriche Hauptmotiv und Hintergrund trennen kann. Die Freistellung ist dabei recht gut, soweit ich das nach ersten kurzen Tests beurteilen kann.
  • Boris FX Optics ist eine alleinstehende Software, die sich auch in Photoshop und Photoshop Elements oder Lightroom als Plug-in aufrufen lässt. In Photoshop lässt sie sich auch als Smartfilter anwenden, so dass die Effekte jederzeit geändert werden können.

Ich bin nach einer Stunde des Herumspielens und des Entdeckens der Möglichkeiten gerade sehr beeindruckt. Vor allem, weil viele der enthaltenen Vorgaben (also Looks, Flares, Leaks, Blitze, Gobos …) oft als Einzelpakete aus statischen Fotos zum gleichen oder höheren Preis als dieses Programm inklusive Plug-ins (150 US-Dollar) verkauft werden.

Am meisten beeindruckt hat mich übrigens das Überlagern von Fotos mit Gobos (also Licht-Schablonen, mit denen man zum Beispiel einfallendes Fensterlicht wie im Beispiel oben simulieren kann. Denn hierbei gibt es sogar einen Displacement-Slider, um den Lichtverlauf an die Körperoberfläche anzupassen, was erstaunlich gut funktioniert. Für dasselbe benötigen Sie in Photoshop entweder Expertenwissen (das Sie natürlich in DOCMA finden und das die besseren Ergebnisse ermöglicht) rund um den »Versetzen«-Filter, Ebenenmodi und Transformationen, und Sie müssten erst aufwendig freistellen … Hier zog ich für das ganz brauchbare Ergebnis nur an diesem einen Regler. Mein eigenes Ergebnis für die Fenster-Lamellen sehen Sie oben. Hier können Sie das in einem Video des Herstellers betrachten.

Weitere Videos finden Sie auf der Herstellerseite.

Fazit

Boris FX „taugt mir was“ und ich werde das wohl öfter mal nutzen. Allein schon, um all die Möglichkeiten zu entdecken. Falls ich Sie mit Anwendungen und Tipps dazu auf dem Laufen halten sollte, bitte Bescheid sagen. 😉

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Olaf Giermann

Sein Erstkontakt mit Photoshop erfolgte 2003 an der Uni, an der das Programm als reine Scanner-Software eingesetzt wurde. Inzwischen gilt Giermann sprichwörtlich als das »Photoshop-Lexikon« im deutschsprachigen Raum und teilt sein Wissen in DOCMA, in Video­kursen und in Seminaren.

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