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Feuer machen

52 FlammeFilter
Echtes Feuer (oben) – mit Photoshops Filter »Flamme« generierte Flammen (unten) Foto und Bildbearbeitung: Doc Baumann

Die Darstellung von künstlichem Feuer ist eine anspruchsvolle und rechenintensive Angelegenheit. Man kann Flammen mit passenden Pinselspitzen malen, Plugs-ins von Alien Skin oder Akvis verwenden – oder den Renderfilter »Flamme« aus Photoshop CC einsetzen. In der aktuellen DOCMA 68 zeigt Doc Baumann die vielfältigen Möglichkeiten, um mit diesem Filter Flammenformen zu beeinflussen.

Flammen in Werbeanzeigen oder Montagen ist nur allzu oft anzusehen, dass sie nicht echt sind. Mal werden sie aus Fotos realer Flammen übernommen – dann hapert es nicht selten bei Freistellung, passender Größe und Transparenzzonen. Mal kommen Malwerkzeuge zum Einsatz, häufig mit wenig überzeugendem Ergebnis. Oder die Grafiker setzen Plug-ins ein; so entfachtes Feuer kann seine digitale Herkunft selten verleugnen.

Dabei können künstliche Flammen durchaus überzeugen. In zahllosen Filmen lodern sie, mit 3D-Software gerendert, vom kleinen Gebäudebrand bis zur Explosion ganzer Planeten. Die bisher für Photoshop angebotenen Plug-ins fallen im Vergleich dazu merklich ab. Seit CC 2014 gibt es nun einen programmeigenen ­Filter namens »Flamme«, den Sie bei den »Renderfiltern« finden.

Die damit erzeugten Flammen erscheinen zwar nicht wirklich echt, sind aber sicherlich weitaus besser als alles, was bisher in dieser Richtung angeboten wurde.

Die Grundlinie des Feuers bestimmen Sie durch einen Pfad. Die zahlreichen Regler erlauben es, das Ergebnis recht gut vorzubereiten. Allerdings führt schon die Änderung eines einzigen Parameters oft zu einer starken Variation der in der Vorschau angezeigten Flammen – und diese Vorschau reagiert nicht in Echtzeit, sondern braucht, je nach Komplexität, eine ganze Weile.

Wollen Sie Feuer auf der Basis eines langen Pfades in hoher Qualität rendern lassen, so dauert das selbst auf einem schnellen Rechner recht lange; man fühlt sich in die Filter-Frühzeit zurückversetzt, als Gaußsches Weichzeichnen großer Bilder zu unfreiwilligen Kaffeepausen zwang 8n meinem speziellen Fall: Buttermilch-Pausen).

Niedrige Werte etwa bei den Reglern »Intervall«, »Komplexität« oder »Turbulenz« führen in vielen Fällen nicht nur zu einem visuell glaubhafteren Resultat, sondern beschleunigen auch das Rendern erheblich.

Wie deutlich Ergebnisse des Photoshop-Filters denen von Plug-ins überlegen sind, zeige ich Ihnen in der aktuellen DOCMA-Ausgabe 68. Dort zeige ich auch leicht nachvollziehbar alle Parameter und wie sie sich auswirken. Und schon mal als Vorschau auf Heft 69: Dort gehe ich in meiner „Sprechstunde“ auf die Frage einer Leserin ein, wie sich das Motiv des „brennenden Dornbuschs“ am besten umsetzen lässt. Natürlich auch mit diesem Flamme-Filter.

52b Dornbusch
Foto der Judäischen Wüste: Marina Schnrr | Bildbearbeitung: Doc Baumann
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Doc Baumann

Doc Baumann befasst sich vor allem mit Montagen (und ihrer Kritik) sowie mit der Entlarvung von Bildfälschungen, außerdem mit digitalen grafischen und malerischen Arbeitstechniken. Der in den Medien immer wieder als „Photoshop-Papst“ Titulierte widmet sich seit 1984 der digitalen Bildbearbeitung und schreibt seit 1988 darüber.

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