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Drei Scharfzeichnungsfilter im Vergleich

Um beim Schärfen möglichst wenig falsch zu machen, beginnen viele Einsteiger dabei mit der einfachsten Methode: Sie gehen im Menü „Filter“ zu den „Scharfzeichnungsfiltern“ und wählen dort „Scharfzeichnen“. Im Unterschied zu den anderen Filtern aus diesem Menü-Unterpunkt steht dort keine verwirrende zusätzliche Information. Der Filter wird sofort angewandt; es gibt also im Unterschied zu vielen anderen kein Einstellungsfeld, das sich zunächst öffnet und in dem Sie Werte eingeben müssen. Der kleine Käfer in der Mitte entspricht der Originalaufnahme, die Version oben rechts wurde geschärft. Die 1600-Prozent-Vergrößerung unten zeigt links das unbearbeitete und rechts das geschärfte Foto an der Stelle, die durch den gelben Pfeil markiert ist.

 

Auch der Name des Filters „Stark scharfzeichnen“ erklärt seine Funktion direkt. Die Aufteilung der Ansichten ist dieselbe wie bei Scharfzeichnen: Original, stark geschärfte Version oben rechts, unten der vergrößerte Vergleich der Vorher-Nachher-Fassungen. Was sich beim einfachen „Scharfzeichnen“ entlang der Kontur des Käferpanzers nur leicht andeutete, ist hier in der Vergrößerung bereits deutlich zu erkennen: Das Schärfen hat durch seine Kontrasterhöhung nicht nur dazu geführt, dass entlang der Kontur ein Streifen aus hellen Pixeln entstanden ist; zusätzlich wurde die graugrüne Fläche im Hintergrund erkennbar unruhiger.

 

Um diesen Effekt zu reduzieren, wobei selbst gleichmäßig gefärbte Flächen mit minimalen Farbunterschieden der einzelnen Pixel durch das Schärfen beeinträchtigt werden und eine unregelmäßige Struktur zeigen, gibt es einen dritten, einfach aufgebauten Filter, der seinen Einfluss automatisch auf Bereiche beschränkt, an denen Photoshop Kontrastkanten entdeckt: „Konturen scharfzeichnen“. Wie die Vergrößerung unten rechts zeigt, ist die graugrüne Fläche dabei unverändert geblieben, nur der Rand des Panzers sowie das Glanzlicht daneben sind kontrastreicher und damit schärfer geworden.

 

In dieser Abbildung sehen Sie die drei beschriebenen Verfahren noch einmal zusammen im Vergleich; diesmal wurde das Mundwerkzeug des Käfers bis zum maximalen Maßstab von 1600 Prozent vergrößert. Links oben: Originalfoto, rechts oben: Filter „Scharfzeichnen“, links unten: „Stark scharfzeichnen“, rechts unten: „Konturen scharfzeichnen“. Ich habe diese drei Filter eigentlich nur der Vollständigkeit halber erwähnt, weil die meisten Anwender sie zuerst einsetzen. Sie bieten Ihnen jedoch zu wenig Einflussmöglichkeiten, um aus einem Bild mit all seinen Besonderheiten genau das zu machen, was Sie erreichen möchten. Wir schauen uns nun einen Filter an, der sich wesentlich besser steuern lässt.

 

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