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Bilddaten optimieren

Gerhard Zimmer und seine Koautorin Beate Stipanits erklären, wie man digitale Bilder für den optimierten Ausdruck vorbereitet.

Allmählich entsteht der Eindruck, Fine-Art Printing wird zur Modeerscheinung. Nicht nur, dass Bücher zu dem Thema wie Pilze aus dem Boden sprießen; nein selbst eine Fachzeitschrift gibt es inzwischen für das ehedem winzige Marktsegment. Da fragt man sich als einer, der der Alchemie des Selberdruckens aufgeschlossen ist, was denn nun die angemessene Begleitlektüre auf dem Pfad vom unbedarften Buntausdrucker zum detailfixierten Tonwertveredler sein soll. Während sich einige Autoren in die technischen Niederungen der Druckertreiber-Voreinstellungen und der Kalibration des Workflows begeben, lustwandeln andere auf den Prachtstraßen der Selbstverliebtheit und diskutieren über die mentalen Haltungen, die für die Verfertigung solcher Prints nötig sind. Gerhard Zimmer und seine Koautorin Beate Stipanits beschreiten einen dritten Weg und erklären in der Hauptsache, wie man digitale Bilder für den optimierten Ausdruck vorbereitet. Dabei tappen sie mit vielen ihrer 20 Bildbeispiele in die Fallen des Offsetdrucks. Was wahrscheinlich am Monitor und auf dem Tintenstrahlprint als aussagekräftiges Beispiel erschienen ist, wird im vierfarbigen Auflagendruck zum Suchspiel für den Betrachter. Auf manchen Vorher-/Nachher-Bilderpaaren sind auch nach langem Suchen keine Unterschiede zu sehen, auf anderen lässt der marginale Grad der augenscheinlichen Verbesserung rätseln, warum man dafür soviel technischen Aufwand treiben muss wie im Folgenden beschrieben wird.
Technisch bewegen sich die Autoren zwischen Capture One (C1) als Raw-Konverter, Photoshop zur komplexeren Nachbearbeitung und einigen Spezialtools wie der Panorama-Software Realviz Sticher, den auf Schwarzweißumwandlungen spezialisierten Photoshop Plug-ins BW-Workflow und Nik BW-Conversion. Warum man sich diese Spezialsoftware kaufen soll, um Arbeiten vorzunehmen, die Photoshop mit seinen Basisfunktionen nicht wirklich schlechter, an einigen Stellen nur etwas weniger einfach beitet, bleibt schleierhaft, zumindest sollte man dem Leser kurz umreißen, wie es in Photoshop funktioniert oder, falls es darum geht auf ein so teures Tool zu verzichten, gleich mit einer preiswerten Alternative arbeiten, bei der die Substitution schlechter oder die Hinzufügung nicht vorhandener Funktionen sinnvoll ist.
Rätselhaft bleibt auch, warum den Themen Papier und Tinten sowie der Bildpräsentation zusammen keine 30 Seiten des 350-Seiten-Werkes gewidmet sind und, vor allem, warum das war auf dem Titel steht ? das Fine Art Printing ? also das Drucken selbst im Grunde gar keine Erwähnung findet.
Ein Buch für einige Spezialisten also, die herausbekommen wollen, wie man Dateien korrekt vorbereitet und auch willens sind dafür zu Spezialwerkzeug zu greifen. Wie man das Ergebnis dann verlustfrei zu Papier bringt, sollten sie allerdings schon vorher wissen.

Foto-Optimierung für Fine Art Printing
Gerhard Zimmert, Beate Stipanits
Broschiert, 350 Seiten
Mitp-Verlag, 1. Auflage (September 2006)
EUR 44,95

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