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Lightroom und der Beschnitt

Lightroom bietet vielfältige Möglichkeiten, perspektivische Verzerrungen zu korrigieren, und dabei geht unweigerlich ein Teil der Bildpixel verloren. Lightroom schneidet dabei allerdings größere Teile des Bildes ab, als unbedingt nötig wäre, weshalb ich empfehle, auf Handsteuerung umzuschalten.

Lighroom und der Beschnitt

Stürzende Linie lassen sich leicht in der Bildbearbeitung korrigieren, zumal aktuelle Kameras so hoch aufgelöste Bilder produzieren, dass es kaum auffällt, wenn die Pixel gedehnt oder gestaucht werden. Wenn Sie in Lightroom beispielsweise stürzende Linien mit einer der Optionen des Bedienfelds »Transformieren« gerade rücken, ist das ursprünglich rechteckige Bild danach oben breiter als unten, und falls Sie ein rechteckiges Bild exportieren wollen, müssen Sie die überstehenden Teile abschneiden. Das lässt sich ganz bequem automatisieren, indem Sie die Option »Zuschnitt beschränken« wählen. Leider schneidet Lightroom dann jedoch sehr großzügig ab, und Sie verlieren Teile Ihres Bildes, die sich problemlos erhalten ließen.

Im folgenden Beispiel habe ich die stürzenden Linien »Mit Hilfslinien« in die Senkrechte gebracht. Lightroom würde das entzerrte Bild dann automatisch so beschneiden:

Lighroom und der Beschnitt

Offenbar verfolgt Lightroom das Ziel, das ursprüngliche Seitenverhältnis zu bewahren und einen möglichst mittigen Ausschnitt zu wählen. Dazu wird hier der obere Teil des Bildes bewusst geopfert, der ja gar nicht abgeschnitten werden müsste. Ich habe mich stattdessen für einen manuellen Beschnitt entschieden und damit einen deutlich größeren Teil des Bildes bewahrt:

Lighroom und der Beschnitt

In der Regel werden nicht alle Bildränder gleichermaßen wichtig sein; in diesem Fall beispielsweise spielt der blaue Himmel rechts keine Rolle, zumal er sich später problemlos anstücken ließe. Ein Beschnitt per Hand bringt daher fast immer bessere Ergebnisse als Lightrooms vermeintlich hilfreiche Automatik.

Michael J. Hußmann (mjh)

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