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Die gute alte Zeit?!

slonme - Fotolia

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Das Abo-Modell von Adobe steht bei einigen Anwendern nach wie vor in der Kritik. Auch wenn man heute für so wenig Geld wie je zuvor legal Photoshop zusammen mit Lightroom nutzen kann: Viele Anwender wollen Software besitzen und nicht mieten. Darf DOCMA deshalb keine Neuerungen von Photoshop CC vorstellen und nutzen? Den Eindruck erhält man bei so manchen Kommentaren, zum Beispiel auf Facebook.

Nostalgie

Aber worauf begründet sich diese Forderung? Sollen wir stehenbleiben und der wachsenden Anwenderzahl von Photoshop CC immer wieder nur alte Workflows und Werkzeuge vorsetzen? Wie war das denn früher? War da alles besser?

Nein – es kam eine neue Photoshop-Version heraus und entsprechend wurden die Tutorials (oder ganze dicke Bücher) auf die Verbesserungen dieser Version abgestellt. Warum sollte man beispielsweise nach dem Erscheinen von Photoshop CS2, das erstmals Mehrfach-Ebenenauswahlen und gemeinsames Verschieben & Transformieren erlaubte, sich weiterhin umständlich einen abbrechen und noch wie in den Vorversionen Ebenen zuvor verbinden und dann einzeln zu transformieren? Warum sollte man nach der Einführung von Einstellungsebenen in Photoshop 4 oder von Smartfiltern in Photoshop CS3 auf deren Verwendung verzichten? Nur damit die Anwender, die (noch) kein Update durchgeführt haben, nicht verwirrt werden? Nein, das war früher nicht anders. Nur war Photoshop mitsamt seinen Updates schweineteuer und für viele Anwender kaum erschwinglich. Änderungen und Versionssprünge gab es trotzdem.

Photoshop verstehen lernen

Die oben genannten Verbesserungen in den alten Photoshop-Versionen sind dabei noch vergleichsweise dramatisch im Vergleich zu denen, die wir heute in Photoshop CC gegenüber seinen Vorversionen finden. Wer nie von Smartfiltern gehört hatte und diese in seiner Version auch nicht fand, der war beim Lesen/Schauen eines Tutorials natürlich zunächst verwirrt. Das war 2007. Heute kennt ein Anwender von CS6 vielleicht keine Artboards, keine Library, keinen Camera Raw-Filter … ihm fehlen einige Optionen in Camera Raw und bei verschiedenen Werkzeugen …

Na und? Änderungen gab es schon immer. Die Grundlagen der Bildbearbeitung sind wie eh und je gleich. Und wenn man die verstanden hat, dann kann man mit seiner vorhandenen Photoshop-Version das Fehlende aus den neuen Versionen umschiffen. Manches geht nicht so schnell, manches geht nicht so elegant, aber es geht. Die Photoshop-Version ist dabei relativ unwichtig.

Und deshalb liegt das Hauptaugenmerk in der DOCMA eher auf dem Vermitteln von Zusammenhängen, damit Sie als Leser verstehen, wie das Ganze funktioniert und nicht, welches neumodische Werkzeug Sie dafür unbedingt kennen müssen. Das Basiswissen finden Sie zum Beispiel in Doc Baumanns „DOCMA Photoshop Enzyklopädie“, die Sie hier als ePaper beziehen können. Trotzdem können wir natürlich nicht immer nur das wiederkäuen, das für die früheren Photoshop-Versionen in DOCMA (ebenfalls einzeln oder in Bundles im DOCMA-Shop erhältlich) schon erschöpfend erklärt worden ist.

Man kann es nicht jedem recht machen. Leider.

Auf jeden Fall könnten Sie den größten Teil unserer Artikel selbst noch mit Photoshop CS3 aus dem Jahre 2007 und vielen anderen Bildbearbeitungsanwendungen problemlos nachvollziehen. Je älter die eigene Photoshop-Version ist, oder umso verschiedener die eingesetzte Software zu Photoshop ist, umso besser sollten Sie sich dafür bereits damit auskennen.

Nach Möglichkeit geben wir Ihnen hierzu auch Hinweise im Heft. So können Sie als CS6-Anwender etwa auf das Script „Edit Layers in ACR 1.1.8“ von Russell Brown zurückgreifen, um den »Camera Raw«-Filter von Photoshop CC zu imitieren. Als CS3-Anwender müssten Sie hier schon selber skripten oder manuell eine Ebene als TIFF exportieren, diese in Camera Raw öffnen und dann das bearbeitete Ergebnis wiederum in die Datei bringen. In noch älteren Version geht das alles überhaupt nicht.

fotodesign-jegg.de - Fotolia

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Sie sehen schon, wohin es führt, wenn man jede Eventualität und jeden einzelnen Anwenderfall ädaquat berücksichtigen wollte … Wir bräuchten ein dickes Addendum zu jedem Heft, das vom Umfang her in etwa den dicken Photoshop-Wälzern entspricht, die der eine oder andere vielleicht noch von früheren Versionen im Schrank stehen hat. Und selbst da blieben Lücken.

Herrje!

Beste Grüße,

Olaf 😉

Olaf Giermann

Olaf Giermann

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  1. fkbecker

    Tja, es tut mir auch irgendwie leid, aber genau deswegen habe ich auch mein Abo der DOCMA gekündigt.
    Ist eben nur Photoshop und (etwas) Lightroom und da Adobe nicht vom Mietmodel abgeht – ist eben Adobe raus geflogen. Und DOCMA als „Hauszeitschrift“ eben mit.

  2. Christoph Künne

    Verstehe ich nicht, Sie können unsere Tutorilas größtenteils doch auch mit CS-Versionen nachvollziehen…

  3. journey

    Naja, es geht weniger darum dass man nostalgisch unbedingt am alten festhalten will. Hier geht es eher ums Prinzip. Es wird so offensichtlich sicheres Geld mit der Aboversion gemacht, was mehr als unnötig für den (langjährigen) Kunden ist, der es gewohnt ist, selbst zu entscheiden was er braucht und was nicht. Traurig ist auch, dass CS6 mehr rumbugt als CS5, weil sich keiner mehr darum schert. Ginge es Adobe um den Kunden, würde das mit Sicherheit anders laufen.
    Wozu eigentlich Abo? Um jedem Photoshop zugänglich zu machen? Für Anfänger ist es vielleicht ganz gut, wenn einem das Programm auf diese Weise angeboten wird. Aber für alte Hasen, die ihre Filter und Einstellungen kennen und wissen, wie sie mit 5 von 10000 Wegen an ihr Ziel kommen oder wo sie suchen müssen, wenn sie was brauchen, ist das einfach nur Geldmacherei. Die meisten arbeiten mit diesem Programm und verdienen ihr Geld damit. Die brauchen nicht jedes neue Plugin für irgendetwas. Die rennen auch nicht bei jeder neuen Kamera in den Laden. Up-to-date bleiben sie trotzdem, aber man muss nicht auf jeden Zug springen, sondern kann auch den nächsten nehmen. Und diese Freiheit hat Adobe den Anwendern geraubt. Und das wissen sie ganz genau…genauso wie die Tatsache, dass man irgendwann wirklich keine andere Wahl mehr hat, als Abonnent zu werden…

    „Man kann es nicht jedem recht machen. Leider.“
    Das stimmt. Man kann es aber auch echt vielen unrecht machen und das ignorieren.

  4. photoscout79

    Ich halte die ABO Modelle von Adobe für eine prima Lösung. Nicht nur, dass ich hierdurch immer die aktuellste Version von Photoshop und Lightroom habe, auch wird so Photoshop für viele Hobbyfotografen erschwinglich. Wodurch die DOCMA auch für ein größeres Publikum interessant wird. Zumindest kann ich es im meinem Freundeskreis feststellen.

  5. blickbelichtung

    Es ist grundsätzlich legitim, wenn Adobe ein Abo Modell einführt. Ich persönlich bin dagegen. Es geht mir nicht um die Miete, mich verwundert nur die Leichtgläubigkeit der Abonnenten. Sie geben einfach ihr Wissen in fremde Hände und hoffen, dass die Preise stabil bleiben. Könnte mir vorstellen, wenn der Markt gesättigt ist, dass Adobe der „Geldhunger“ überfällt. Mich Ärger das fehlende Update von LR6, müsste eine neue Version kaufen und ist letztendlich doch im Nachteil zum Abo Modell. Mich verwundert auch wie sich die Einstellung der Medien zum Abo Modell geändert haben, viele unterstützen Adobe jetzt erst recht dabei, gutes Beispiel die Fotocommunity. Ich hatte schon oft die Überlegung, DOCMA nicht mehr zu kaufen, letztendlich treffen die Verleger noch immer einen Mix um alte und neue PS-Versionen interessant zu vertreten. Meine derzeitigen Hoffnungen setze ich auf Affinity. Vielleicht kommt doch noch eine Version für Windows. Ich würde mir wünschen, dass Docma sich auch für Alternativprodukte besser öffnet und somit Adobe indirekt ein Zeichen setzt.

  6. botti

    Die „gute, alte Zeit“? – Ja genau, dass sollte sich die Docma-Redaktion lieber selber mal fragen! Diese hängt doch den alten Zeiten nach und tut so, als ob außer Adobe nichts anderes gebe;)

    Mensch, liebe Docmatiker, wacht doch mal auf! Ihr gibt euch doch sonst immer gerne als eine Art von „Freibeuter“, als Leute mit eigenen Köpfchen, die gerne sich querstellen und ungeschminkt dies und jenes in die Welt hinausposaunen. Aber hier, bei dem Adobe-Abo-Thema, da knickt ihr ein!

    Ich habe bei Adobe über 80 Softwaretitel (natürlich inkl. Upgrades) registriert. Diese sind zwar nicht gänzlich wertlos geworden, aber doch schon recht obsolet, ohne Upgrade-Perspektive. – Wäre Adobe korrekt, so würde sie ihren Kunden selbst die Entscheidung überlassen: Mieten oder Kaufen. Sie würden sich gewiss kein Arm brechen, wenn sie beide Modelle anbieten würden, und alles wäre jut! Aber nein, sie wollen ihre Kunden lieber „knechten“ und total abhängig machen.

    Nicht mit mir!

    Salü!

  7. a.viel@gmx.de

    mieten halte ich in diesem fall für eine art der enteignung und ich würde mir auch wünschen, dass DOCMA mehr druck in richtung adobe macht. leider findet kaum noch ein sichtbarer widerstand dagegen statt (außer „nicht mieten“) aber das ist ja auch verständlich, man kann ja nicht ständig irgendwas zu dem thema posten.
    vielen (vor allem den jüngeren) ist gar nicht klar worauf sie sich da einlassen (spotify lässt grüßen). man investiert unmengen von geld und was bleibt am ende … nichts! solange man zahlen kann ist alles in ordnung aber wenn das nicht mehr geht oder man das nicht mehr will (z.b. wenn man in rente geht) sind alle daten verloren.
    leider geht es überall in diese richtung und vor allem apple ebnet den weg.
    überlegt euch gut, ob ihr da mitmachen wollt!

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