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Mehr Licht!

Müller_LichtMan könnte über dieses Buch ein paar ­Seiten lang schreiben – da seine Lektüre jedoch ein spezielles Interesse und Durchhaltevermögen erfordert, will ich es kurz halten: Es geht um die Prismen-Experimente und die sich ­daraus ergebenden Spektren von ­Newton und Goethe. Was eine Erklärung zum Zustan­dekom­men dieser Spektren angeht, so unterscheidet sich die Goethes erheblich von der Newtons. Worauf Autor Müller in seiner Folge hinaus will: Die Spektren lassen sich ebenso gut durch die Annahme verstehen, dass sich weißes Licht in Einzelfarben auffächert, wie dadurch, dass Licht dabei eher unwichtig ist; die zentrale Rolle spiele eigentlich … die Finsternis!

Dieser Gedanke ist mehr als ungewöhnlich – aber wenn man es schafft, sich durch die mehr als 500 Seiten Belegmaterial zu beißen, fällt es schwer, Gegenargumente zu finden. Das Wichtigste, was mir eingefallen ist: Es reicht nicht, zu beklagen, dass es keine eindeutigen Kriterien für so etwas wie Lichtstrahlen gäbe – wenn die Existenz und Natur der postulierten Finsternisstrahlen noch weniger evident erscheint.

Der letzte Teil des Buches setzt sich ausführlich mit der Frage auseinander, woher eine Theorie ihre Gültigkeit bezieht. Auf jeden Fall regt das alles dazu an, über ­­schein­bare Selbstverständlichkeiten nachzudenken – und eigene Experimente mit Spektren anzustellen. Wie das mit Prisma, Photoshop und Monitor effektiv funktioniert und zu überraschenden Ergebnissen (etwa schwarze Spektralfarbe) führt, habe ich im DOCMA-Blog gezeigt.

Mehr Licht. Goethe mit Newton
im Streit um die Farben
von Olaf M. Müller
gebunden, 544 Seiten,
S. Fischer Verlag
26,99 Euro

 


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