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… für Fortgeschrittene

Hilfe! (Foto: Olaf Giermann)

Hilfe! (Foto: Olaf Giermann)

Es gibt haufenweise Bücher und Videotrainings für sogenannte Photoshop-Fortgeschrittene. Doch wer ist mit dieser Personengruppe  eigentlich gemeint?  Ein vermeintlich einfaches, aber dann doch komplexeres Thema als gedacht.

Dr. Evil aus den Austin Powers-Filmen würde vermutlich jedes Mal, wenn er von Fortgeschrittenen spricht, seine berühmte „Gänsefüßchen“-Geste zeitgleich ausführen – und würde damit den Kern des Pudels treffen. Genau deshalb werden Sie im Folgenden auf so einige Anführungszeichen stoßen.

Denn kaum ein anderes Wort wird so unterschiedlich wahrgenommen wie „Fortgeschrittene“. Worauf bezieht sich dieser Terminus eigentlich? Ist jemand, der gute Bilder macht, fortgeschritten? Oder eher jemand, der ein Kreuzworträtsel oder einen Fragebogen zu Photoshop ohne mit der  Wimper zu zucken lösen könnte?

Wir – die DOCMA – richten uns ja auch in erster Linie an „fortgeschrittene“ Anwender. Aus unserer Sicht bedeutet das, dass wir die Grundlagen der Programmbedienung und ein gewisses Grundverständnis der Bildbearbeitung voraussetzen (das wir in jedem Heft über die DOCMA-Akademie zu jeweils einem abgesteckten Thema vermitteln). Und dennoch stellen wir immer wieder fest, dass selbst der Begriff „Grundlagen“ ein mitunter unendlich dehnbarer Begriff ist. Ich selbst habe es in manchen meiner Seminare und in Reaktionen auf meine Videotrainings und Artikel „für Fortgeschrittene“ erlebt, dass sich das, was ich unter Grundlagen verstehe (also etwa wie Ebenen, Masken, die Werkzeuge funktionieren …), nicht mit dem deckt, was andere Leute denken. Das führt dann soweit, dass mir einmal der Vorwurf gemacht wurde, ich würde etwas verheimlichen – weil ich zum Beispiel nicht ausführlich erklärt hatte, wo man den Gaußschen Weichzeichner findet und wie man mit ihm eine Maske weichzeichnet. Die Kritik kam übrigens von jemandem, der seit eigenem Bekunden seit Jahren mit Photoshop arbeitet. Sie sehen: Viele Jahre Photoshop-Anwendung macht niemanden automatisch zu einem „Fortgeschrittenen“ oder Experten. Der Unterschied zwischen Selbstwahrnehmung und „Realität“ (Gänsefüßchengeste! 😉 ) klafft auch hier wie so häufig ziemlich auseinander.

Tatsächlich wurschteln sich erstaunlich viele Künstler und selbst manche Profis (im eigentlichen Sinne; der also Geld damit verdient) da irgendwie durch und schaffen es mitunter trotz massiver Wissenslücken in Sachen Photoshop-Funktionen und -Workflows sehr, sehr geniale Bildergebnisse abzuliefern. Immer wenn ich sehe, wie umständlich manche Künstler, die an großen Kinoblockbustern mitarbeiten, in Photoshop vorgehen, blutet mir manchmal echt das Herz. Na klar, es geht auch irgendwie … Nur stellt sich die Frage, was solche Leute in noch viel kürzerer Zeit abliefern könnten, wenn sie nicht nur das notwendige Fingerspitzengefühl in der Bildkreation sondern auch in Sachen Photoshop einen nicht nur grundlegenden Plan hätten.

All das gesagt, wundert mich eins nicht mehr: Die meisten Photoshop-Buchklopper und Tutorials „für Fortgeschrittene“ wiederholen vor allem die Grundlagen – für jemanden der darüber hinaus ist, bieten sie kaum Inhalte. Aber das muss wohl so sein, da man „die“ Grundlagen nicht voraussetzen kann. Denn „Alles ist relativ“ oder „Gewisse Dinge ändern sich nie.“ 😉

Ich präsentiere Ihnen hier bewusst nicht ein – oder mein – Fazit, sondern lade Sie ein, diese Gedanken selbst weiterzuführen. Denn vorgekaute Meinungen/Tutorials zu übernehmen, hilft einem nicht im persönlichen Wachstum. Hinterfragen Sie alles, was Ihnen ein vermeintlich „Fortgeschrittener“ als der Weisheit letzter Schluss verkaufen will. Dazu ein Beispiel: Vor einigen Jahren las ich in dem sehr empfehlenswerten, wenn auch etwas sperrigen Buch „Farbkorrektur“ von Dan Margulis eine langatmige Erklärung der Funktionsweise des „Unscharf maskieren“-Filters mit vielen Einzelschritten, unterschiedlichen Füllmethoden, Bildberechnungen und so weiter. Danach hat man aber verstanden, wie der Filter unter der Haube tickt. Wenige Jahre danach stieß ich in einem anderen Buch auf eben diese Schritte – nur als „Highend-Schärfungsmethode für Fortgeschrittene“. Nur blöd, dass am Ende nichts anderes herauskommt, als das, was man mit dem „Unscharf maskieren“-Filter viel schneller und bequemer erzielt. Tja … Und wenn Sie mich jetzt doch fragen, was ein „Fortgeschrittener“ denn nun ist, dann würde ich sagen: Jemand, der diesen Unsinn als eben solchen identifizieren kann. 😉

In diesem Sinne,

Ihr Olaf Giermann

 

  1. kkm3105

    Die Aussage unterstütze ich voll: mir dreht sich auch der Magen um, wenn ich etwa in „500px“ stöbere und Fotobearbeitungen und -montagen sehe, bei denen ich mich frage, ob der Autor sehbehindert ist oder nur an Selbstüberschätzung leidet. Es liegt – wie im Artikel ja treffend beschrieben – oft am Fingerspitzengefühl: da werden Farben übersättigt bis zum gehtnichtmehr, Dinge einkopiert wie Himmel, denen man sofort ansieht, dass sie sicher nicht zum Foto gehören und das auch noch so dilettantisch, dass es eine Pracht ist. Und dann noch eine Ladung HDR drübergekippt, fertig.
    Auf der anderen Seite sind mir in meinen workshops (vor allem junge) Freaks begegnet, die schlafwandlerisch jede noch so verquere Fingerübung zustande brachten, die in PShop als Tastenkombi jemals implimentiert wurde. Aber auch hier nur sehr wenige, die trotz sehr guter techn. Kenntnisse der Software gute Montagen erstellten – meist musste es nur schnell gehen und auf Effekt gebürstet sein, die Details und Feinschliffarbeiten wurden übergangen.
    Es ist wirklich ein feiner Grat, der Fortgeschrittene von wirklich Fortgeschrittenen trennt, die Definition der div. Buchautoren soll natürlich dem geneigten Leser schon von vorneherein die Gewißheit geben, dass er nach der Lektüre zum erlauchten Kreis der PS-Gurus gehören wird. Die Qualität der Arbeiten nimmt m.E. eher ab als zu, trotz der unglaublichen Tools der Editoren. Es ist wohl wie mit der Typographie: es gibt nur mehr sehr wenige user, die eine ansprechende Typo zustande bekommen, die mit Text graf. Effekte erzeugen können, die Ahnung haben von dieser Materie. Ist aber eben der Eile geschuldet, in der heutzutage alles über die Bühne gehen muss. Echtes Handwerk gibts kaum noch, selbst wenn die Progs eigentlich alle Werkzeuge für ein edles, stimmiges Produkt mitbringen.

  2. s.bendel

    Da ich hier voll und ganz dieser Darstellung folgen kann, beschäftigt mich ein anderer Gedanke. Warum ist offensichtlich noch niemand, der Photoshop so beherrscht wie die Macher von DOCMA, auch den Gedanken gekommen eine vollständige „Buchserie“ zu schreiben. Von den Grundlagen (Band 1) über Fortgeschrittene ( Band 2) bis Profis (Band 3) und dann vielleicht noch Spezialthemen (Bände 4 bis X), so dass man sich systematisch einarbeiten kann. Der Fortgeschrittene kann ja mit dem zweiten Band anfangen. Der Anfänger kauft alle drei. Das wäre doch mal wünschenswert, oder wie sehen Sie das?

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