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Kynimalismus-Projekt: offcolor

#b67a64
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Das offcolor-Projekt zeigt Porträts von Menschen. Sie sind weitestgehend auf ihre Natürlichkeit reduziert und vor dem Hintergrund ihrer eigenen Hautfarbe zu sehen. Bildtitel ist der Hautfarbwert in Hexadezimalschreibweise.

Während die aktuelle Diskussion über die Relevanz von Hautfarbe ideologisch auf eine Grenzziehung von farbigen und weißen Menschen zielt, versucht dieses Projekt zu zeigen, dass alle Menschen farbige Haut haben.

Das offcolor-Projekt räumt keiner Gruppe mit helleren oder dunkleren Hautfarben ein exklusiveres Recht auf Wahrgenommenwerden ein. Gleichzeitig vermitteln die Begleittexte, in welchen sozialen Welten sich die Abgebildeten bewegen, um dem Betrachter eine Einschätzung zu ermöglichen, inwieweit Privilegiertheit oder deren Fehlen vom dem Äußeren der Person determiniert sein könnte.

#f9d4c7
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Janina, 33, Poetry-Slammerin, hat zunächst Kommunikationspsychologie studiert, entschied sich aber nach einer einjährigen Riese durch viele arme Länder, ein nachhaltiges Leben auf dem Land zu führen. Seither betreibt sie ein Wohnwagen-Atelier am Rand des Teufelsmoors, arbeitet dort auch als Bildende Künstlerin und rettet in ihrer Freizeit kranke Hühner.


#f9d4c7
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Roberto, 44, argentinischer Tango-Philosoph, ist vor vielen Jahren nach Deutschland eingewandert. Er produziert eigene Tanz-Projekte und gibt Tangokurse an einer norddeutschen Universität.


#eac3af
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Jan, 72, holländischer Maler, ließ sich vor zwanzig Jahren nach einem bewegten Leben, das ihn quer durch Europa führte, mit seinem Atelier im norddeutschen Lüneburg nieder.


#ffd3be
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Barbara, 38, Schauspielerin. Die gebürtige Österreicherin entschied sich nach einem Germansistikstudium eine Schaupsielschule zu besuchen und arbeitete danach viele Jahre am Theater sowie für das Fernsehen. Seit sie in die Mutterrolle gewechselt ist, engagiert sie sich sie hautsächlich in eigenen Projekten.


#f7dac6
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Kirsten, 45, Yoga-Lehrerin, hat bis zur Geburt ihres Sohnes vor fünfzehn Jahren nach einem geisteswissenschaftlichen Studium als freie Fernseh-Redakteurin gearbeitet.

Kynimalismus: Position

Der Kynimalismus interessiert sich für den Menschen in der singularisierten Gesellschaft, am Rande der Postfaktizität, in der nicht mehr das Sein das Bewusssein bestimmt, sondern sich das Bewusstsein vom Sein herleitet. Kynimalismus-Projekte untersuchen auf unterschiedliche Weise, welche Strategien die abgebildeten Personen entwickeln, um mit den Herausforderungen der vieldimensionalen Veränderungen des beginnenden 21. Jahrhunderts umzugehen.

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Christoph Künne

Christoph Künne ist Mitbegründer, Chefredakteur und Verleger der DOCMA. Der studierte Kulturwissenschaftler fotografiert leidenschaftlich gerne Porträts und arbeitet seit 1991 mit Photoshop.

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