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Wacom Cintiq 13HD

Das Cintiq 13HD ist ein Gerät mit hohem „Haben-wollen“-Faktor. Olaf Giermann gibt Tipps zur Handhabung.

Anschluss des Cintiq-Tabletts
Für die Verbindung des Tabletts mit dem PC/Mac benötigen Sie einen USB-Anschluss, einen HDMI-Ausgang für das Bildsignal sowie eine freie Steckdose. Über ein einziges Kabel verbinden Sie all diese Anschlüsse mit dem Cintiq (Abbildung oben). Falls Sie einen älteren Rechner einsetzen, der noch keinen HDMI-Port hat, muss dieser jedoch zumindest einen digitalen Videoausgang wie DVI oder Mini-Displayport besitzen. An diesen schließen Sie über einen zusätzlich im Handel käuflichen HDMI-Adapter das Videokabel des Cintiqs an (Abbildung rechts).

Arbeitsbereiche in Photoshop
In Photoshop lassen sich eigene Palettenzusammenstellungen und Tastenkombinationen über »Fenster > Arbeitsbereich > Neuer Arbeitsbereich« als eigene Vorgaben speichern, zwischen denen Sie über das gleiche Menü oder über das Dropdown-Menü oben rechts in der Photoshop-Oberfläche schnell wechseln können. Empfehlenswert ist es, sich hier für die Bildschirmtabletts optimierte »Arbeitsbereiche« zu erstellen. Beispielsweise lässt sich so ein Arbeitsbereich für die Bildoptimierung anlegen, bei dem Sie das eigentliche Bild auf dem Hauptbildschirm und die Bedienfelder auf dem Cintiq haben, und außerdem ein Arbeitsbereich für das Malen, bei dem die Paletten-Anordnung genau umgekehrt ist.

Stiftneigung einsetzen
Der verbesserte, zum Cintiq gehörende Pen bietet die gleichen Möglichkeiten wie die Stifte der Intuos-Reihe: Neben der hochauflösenden Druckstufen-Sensitivität erkennt das Tablett auch die Stiftneigung. Wer die guten, alten Bleistifte noch aus eigenen Zeichen-Experimenten kennt, der weiß, wie man diese Möglichkeit gewinnbringend einsetzen konnte: Ein senkrecht gehaltener Stift erzeugt spitze, scharfkantige Linien, während man mit geneigtem (flach gehaltenem) Stift eher die großflächige Seite der Bleistift-Mine zum Zeichnen benutzt, wodurch große Flächen schnell gefüllt werden können. Das lässt sich auch in Photoshop nachstellen. Ab Version CS6 setzen Sie hierfür einfach eine der erodierbaren (abnutzbaren) Pinselspitzen – beispielsweise den Kohlestift (siehe unten) – oder die neue »Pinselprojektion« ein. Diese sind bereits so konfiguriert, dass Sie durch Schrägstellung des Stiftes die Strichbreite variieren können. In älteren Versionen lassen sich ähnliche Effekte einstellen, indem Sie den »Größen-Jitter« und den »Rundheits-Jitter« durch die »Zeichenstift-Schrägstellung« steuern.

Das Cintiq als interaktiver Zweitmonitor
Vorgesehen ist ein Bildschirmtablett natürlich für Anwender, die direkt auf der Bildschirmoberfläche arbeiten möchten. Tatsächlich ist so ein kleines Tablett aber auch für viele andere eine große Hilfe, denn prinzipiell steht Ihnen hiermit ein zweiter Monitor zur Verfügung. Sowohl Lightroom als auch Photoshop unterstützen den Zwei-Monitor-Betrieb. So können Sie mit einem Klick auf das oben im Bild rot umrandete Symbol, das Sie über dem Filmstreifen von Lightroom finden, direkt ein zweites Fenster auf dem anderen Bildschirm öffnen. Während Sie auf dem Cintiq zwischen den einzelnen Bildern navigieren, steht Ihnen auf dem externen Bildschirm eine Vollbildansicht des aktiven Bildes zur Verfügung. Gerade auch, wenn Sie mit dem Notebook unterwegs sind, ist die Bildbeurteilung so deutlich komfortabler, da Sie nicht ständig zwischen Vollbildansicht und Thumbnails wechseln müssen.

Treibereinstellungen abspeichern
Wenn Sie die Tablett- und Stifteinstellungen nach Ihren Wünschen konfiguiert haben, lassen sich diese leider nicht direkt im Treiber sichern oder wieder laden. Dies ist jedoch mit dem Wacom Tablett-Dienstprogramm möglich, das Sie im Wacom-Ordner in Ihrem Programme-Ordner finden.

Bildschirmneigung
Kennen Sie das „Smartphone“-Syndrom? Es handelt sich hierbei um das Phänomen, dass viele Menschen heute mit hängenden Köpfen herumgehen und -sitzen, weil fast jeder ständig auf sein Mobiltelefon oder Tablet herabschaut. Vorsicht: Mit dem Cintiq könnte Ihnen das gleiche passieren. Wenn Sie bequem im Sessel sitzend damit arbeiten, dann legen Sie am besten die Beine hoch, so dass Sie nicht dauernd nach unten sehen müssen. Am Schreibtisch können Sie dank des mitgelieferten Untersatzes die Schrägstellung in drei Stufen verstellen. Bei der höchsten Stufe ist nach Erfahrung des Autors der Komfort dann am höchsten, wenn Sie etwas in Ihrem Bürosessel nach unten/vorn in die wirbelsäulenschonende Bequemlichkeitsposition rutschen und nur noch leicht nach unten sehen müssen. So lässt es sich besser kreativ sein.

Abpausen mit dem Tablett

Wenn Sie ein Skizze oder auch nur bestimmte Elemente einer Zeichnung in den Rechner bringen wollen, dann können Sie prinzipiell die Zeichnung entweder einscannen oder abfotografieren. Doch oft lohnt sich dieser Aufwand für kleinere Details nicht. Pausen Sie doch einfach ab! Legen Sie das Blatt mit der Zeichnung direkt auf das Grafiktablett und fahren Sie mit dem Stift die Konturen nach – der Stift funktioniert auch durch das Papier hindurch. So können Sie schnell viele Elemente zu einem neuen Bild kombinieren, auch wenn Sie (noch) nicht der beste Zeichner sind.

Das Cintiq 13HD ist ein Gerät mit hohem „Haben-wollen“-Faktor. Vor allem Anwendern, die zu Hause schon auf Bildschirmtabletts arbeiten, fehlt unterwegs oft dieser Komfort. Das 13HD wiegt nicht viel mehr als ein Intuos und kann somit immer dabei sein. Der Bildschirm ist brilliant – kein Vergleich zu seinem flauen 12-Zoll-Vorgänger –, auch wenn die Farbraumabdeckung nicht mit der seiner großen Brüder mithalten kann – jedoch auch nicht muss. Durch die hohe Auflösung passt sehr viel auf den Monitor, wodurch aber die Bedienelemente in manchen Programmen schon mal so winzig werden, dass Sie entweder sehr genau zielen oder die Auflösung heruntersetzen müssen. Störend ist der weit abstehende Eingangstecker am Tablett. Hier wäre eine abgeknickte Variante wünschenswert gewesen.

Diesen und weitere Artikel, Tipps, Tricks und Workshops finden Sie im DOCMA-Heft Nr 54 (5-2013). Mehr Infos zum Heft gibt es hier. Wer keine Lust hat zum Kiosk zu gehen, kann sich diese Ausgabe (und ältere) bequem bei uns im Webshop bestellen.

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