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Intensivkurs: Montagen 1/5

Jede Montage beginnt mit der Zusammenstellung der Bilddateien, aus denen Sie Elemente entnehmen möchten, und der Auswahl der Bereiche, die Sie in der späteren Montage zusammenfügen wollen.

In diesem Intensiv-Workshop geht es weniger um die Schritt für Schritt beschriebene Handhabung von Photoshop-Werkzeugen. Diesmal sollen Basiskenntnisse anderer Art vermittelt werden: Was ist zu beachten, wenn Sie eine Montage herstellen, die wie aus einem Guss wirken soll? Wo lauern die Stolpersteine? Welche Fehler tragen dazu bei, dass sich schlechte Montagen erkennen lassen ? sei es auf den ersten Blick oder erst bei fachmännischer Untersuchung durch einen Profi?
Der zentrale Begriff, um den es hier gehen wird, lautet ?Bildlogik?. Was ist das? Bei der Sprache stehen die Teile eines Satzes unabhängig davon, ob sie etwas wirklich Existierendes beschreiben, in einem bestimmten Verhältnis zueinander. Der Satz: ?Mein Zwerfelknotsch passt durch mein Garagentor, aber nicht in meine Hosentasche? ist unabhängig davon, was ein Zwerfelknotsch sein könnte, höchstwahrscheinlich falsch. Mit Bildlogik meine ich entsprechend den inneren Zusammenhang einer Bildszene, wobei alle Elemente ohne Brüche und Widersprüche zueinander passen und eine Einheit bilden, die denselben oder ähnlichen Gesetzen unterliegt wie ein echtes Foto. Wenn Teile einer Montage aus dieser Einheit herausfallen und die vorausgesetzte Bildlogik verletzen, wird das Bild unglaubwürdig. Anlässe für mögliche Brüche können klein und anscheinend unbedeutend sein, etwa ein paar Pixel, die beim Freistellen eines Objekts von dessen altem Hintergrund mit übertragen wurden, unschön und grob ausgeschnittene Haare, bläuliche Lichtreflexe vom alten Himmel, die nun in einer Szene mit Kerzenlicht völlig fehl am Platze sind. Daher geht es zunächst um das saubere Vorbereiten des Materials, wobei ich die Schritte, die noch davor liegen, nur an dieser Stelle erwähnen möchte: Um Bildelemente auswählen zu können, muss man sie erst einmal als Foto haben. Wenn Sie nicht mit ? eigenem oder fremden ? Archivmaterial arbeiten, Einleitungsondern das Glück haben, gezielt für ein bestimmtes Montageprojekt zu fotografieren, können Sie sich später viel Arbeit sparen, wenn Sie gleich darauf achten, dass die Elemente hinsichtlich ihrer Perspektive und Beleuchtung zusammenpassen. Diese beiden Komponenten bestimmen alles andere. Zur Perspektive gehören etwa eine identische Höhe und Ausrichtung der Kamera, ebenso die Brennweite des Objektivs; zur Beleuchtung die Position und Entfernung der Lichtquelle(n), Lichtfarbe und ‑stimmung, damit Richtung und Länge des Schlagschattens, seine Farbe und Helligkeit oder die plastische Beschaffenheit der Oberfläche, auf die er fällt.

Jede Montage beginnt mit der Zusammenstellung der Bilddateien, aus denen Sie Elemente entnehmen möchten, und der Auswahl der Bereiche, die Sie in der späteren Montage zusammenfügen wollen. Um die Arbeit so effektiv wie möglich zu gestalten, beurteilen Sie jedes Ursprungsbild dahingehend, welches Auswahlverfahren auf dem schnellsten Weg zur exaktesten Selektion führt. Ich stelle Ihnen in den folgenden Abschnitten in einem kurzen Überblick mehrere geeignete Techniken vor. Ausführlichere Anleitungen zu den meisten von ihnen finden Sie in Band 1 unserer Reihe, der sich ausschließlich dem Thema ?Auswählen? widmet. Ein Allroundwerkzeug ist das Lasso, mit dem Sie den auszuwählenden Bereich eingrenzen; bei gedrückter Alt-Taste entstehen zwischen angeklickten Punkten gerade Segmente.

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Sie können einer Lasso-Auswahl zwar Bereiche hinzufügen oder sie abziehen, aber nur durch erneutes manuelles Umfahren des gewünschten Bereichs. Anders ist das bei Pfaden, die Sie mit dem Zeichenstift-Werkzeug erzeugen (rechts vor aufgehelltem Hintergrund besser erkennbar). Ein Pfad kann aus geraden Segmenten und Kurven bestehen. Der Verlauf eines Pfades wird durch die Strecke zwischen zwei per Klick entstandenen Ankerpunkten definiert. Die Position dieser Punkte können Sie nachträglich ebenso verändern wie den Kurvenverlauf. Gerade und gleichmäßig geschwungene Konturen wie der Palmenstamm lassen sich mit diesem Werkzeug besser als mit dem Lasso festlegen. Eine Vergrößerung der Blätter zeigt allerdings so viele zu setzende Ankerpunkte, dass ein Pfad dort offensichtlich nicht effektiv ist.

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