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Visual Trends im Januar: Stille und Einsamkeit

Visual Trends im Januar: Stille und EinsamkeitSehnen Sie sich manchmal nach Ruhe und Einsamkeit, weil Sie sich von der täglichen Informationsflut gestresst fühlen? In unserem so genannten digitalen Zeitalter fehlt es uns oft an Momenten der Stille, und so wächst in vielen Menschen die Sehnsucht nach Stille und Einsamkeit. Das haben auch Künstler und Hersteller von Produkten erkannt. Adobe Stock beschreibt diese Flucht vor der Informationsflut als  ersten Visual Trend für das Jahr 2018: Stille und Einsamkeit

Adobe Stock verzeichnet eine wachsende Nachfrage nach Bildern, die Komfort und Regeneration beschreiben, Naturnähe zum Inhalt haben oder einfach zeigen, dass weniger mehr ist. Bilder, die Ruhe ausstrahlen und Erholung verheißen, erfreuen sich wachsender Beliebtheit.

Visual Trends im Januar: Stille und Einsamkeit

Der Lärm

Nach Ansicht von Michael Kimmelman, Architekturkritiker der New York Times, ist der Lärm heutzutage vergleichbar mit dem, was im Mittelalter der Geruch war – die „unausgesprochene Plage der Städte“. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden heutzutage viele Menschen unter den negativen Auswirkungen von Lärm, etwa auf den Schlaf, das Herz-Kreislauf-System bis hin zu den Arbeits- und Schulleistungen.

Aber nicht nur der Lärm plagt uns, sondern auch permanente Flut von Nachrichten und die ständigen digitalen Ablenkungen. Aktuelle Studien zeigen, dass Amerikaner fünf Stunden am Tag auf mobilen Geräten verbringen und mehr als zehn Stunden pro Tag vor Bildschirmen sitzen – wesentlich mehr Zeit, als wir mit Schlafen verbringen. Mit diesem ungesunden Lebensstil wächst das Bedürfnis, abzuschalten und „offline“ zu sein. Kreative Menschen haben diese Entwicklung erkannt und bieten Lösungen an.

Visual Trends im Januar: Stille und Einsamkeit

Stille und Einsamkeit schaffen

Mit der zunehmenden Geräuschbelastung wächst auch das Bedürfnis nach Erholung und Ruhe sowie einem bewussteren Umgang mit unserem digitalen Leben. Um die Geräuschbelastung für Büroangestellte zu verringern, gibt es inzwischen einige Innovationen – vom Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung über Büromöbel, die Geräusche dämpfen sollen, bis hin zur Architektur. Laut einer aktuellen Studie kann ein typischer Büroangestellter nur 11 Minuten ohne Unterbrechung arbeiten. Außerdem dauert es durchschnittlich 25 Minuten, bis man nach einer Unterbrechung zur ursprünglichen Aufgabe zurückkehrt. Für ein produktiveres Arbeiten wäre es dagegen wichtig, störenden Lärm und Unterbrechungen so weit wie möglich zu reduzieren.

Die im australischen Melbourne ansässige Design-Agentur Navy lässt dieser Erkenntnis auch Taten folgen und hat eine tägliche Stunde Ruhezeit eingeführt, in der die Mitarbeiter sowohl online als auch offline schweigen. Nach Überzeugung des Unternehmens arbeiten seine Teams jetzt um 23 Prozent produktiver und sind deutlich weniger gestresst; sogar Freitagnachmittage könnten die Mitarbeiter wegen der Produktivitätssteigerung freinehmen. Auch im Privaten ist Stille mehr als nur die Abwesenheit von Lärm, sie entwickelt sich zu einem Luxusgut. So versucht beispielsweise VisitScotland Touristen explizit mit Ruhe zu gewinnen, und die Pariser High-End-Dekorshow Maison et Objet stellte vor kurzem Inneneinrichtungen vor – von Vasen bis zu Möbeln –, die ruhige Räume schaffen sollen.

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Für die Verbraucher, die sich das digitale Rauschen bewusster machen wollen, hat das Startup-Unternehmen Watermelon Sugar eine App entwickelt, mit deren Hilfe man sich als digitales Selbst darstellen lassen kann, das behaart und unförmig wird, wenn man zu viele digitale Informationen verschlingt.

Stille und Einsamkeit in der visuellen Welt finden

Die Sehnsucht nach mehr Raum zum Denken und Atmen manifestiert sich auch visuell. Etwa in Doug Wheelers jüngster Ausstellung im Guggenheim-Museum, in der die Besucher sowohl in buchstäbliche Stille als auch in einen visuellen Eindruck von endlosem, unbesetztem Raum versinken konnten.

Im Angebot von Stockmedien reicht der neue Trend von atemberaubenden Landschaften über Bilder, die Momente der Einsamkeit zeigen, bis hin zu sehr minimalistischen Bildern. Die Bilder des Naturfotografen Sander van der Werf  beispielsweise ermöglichen dem Betrachter eine zeitweilige Flucht aus der vom Menschen konstruierten Welt. Während seiner Reise in das schwedische Lappland ertrug Sander harte Bedingungen, zeltete bei starkem Frost, genoss aber nach eigenen Angaben auch „wunderbare, helle, schöne Landschaften und großartige Möglichkeiten für Nachtaufnahmen“.

Visual Trends im Januar: Stille und Einsamkeit

Die Umstände erforderten auch von Sander, sich auf das Wesentliche zu besinnen. „Gerade bei langen Wanderungen muss ich das Gewicht meines Rucksacks reduzieren. Das bedeutet, dass ich wählen muss, welche Fotoausrüstung ich einpacken und was ich zu Hause lassen möchte. Ich muss ein Minimalist sein“, so der Fotograf.

Die Fotografin Julia Nimke verbringt das Jahr ihrer Adobe Creative Residency damit, an entlegene Orte zu reisen und Menschen zu treffen, die in den Kulissen der traditionellen europäischen Volksmärchen leben. „Ich habe mich schon immer für die Abgeschiedenheit und das Alleinsein interessiert”, erklärt sie. Das Fehlen der typischen Geräusche moderner Zivilisation führt dazu, dass sich auch ihr Tempo verlangsamt. „Das Finden von Leuten, die ich ohne Hilfe des Internets interviewen und fotografieren kann, hilft mir, einen langsameren Arbeitsablauf aufrechtzuerhalten; es zwingt mich, Zeit in einem Gebiet zu verbringen, um Menschen von Angesicht zu Angesicht kennenzulernen.“ Die so entstandenen Bilder erlauben es uns innezuhalten, über unsere digitalen Verhaltensweisen nachzudenken, und darüber nachzudenken, ob die Überflutung durch so viele Informationen gut für uns ist.

Anderen Künstlern, die die Einsamkeit genießen wollen, empfiehlt Julia Nimke: „Es ist manchmal schwer und man kann sich einsam anfühlen, aber danach kommt ein ganz neues Gefühl des inneren Friedens. Ich habe das Gefühl, dass es wichtiger denn je ist, aus dem Universum des übermäßigen Konsums herauszukommen und sich mit einer minimalen Menge an Dingen zu umgeben, dafür aber mit maximaler Natur oder, was auch immer es ist, nach dem man sich sehnt“.

Visual Trends im Januar: Mehr Stille und Einsamkeit

Haben Sie Lust auf weitere Stockbilder und Beiträge, die sich mit Stille und Einsamkeit befassen? Dann besuchen Sie die Adobe Stock-Galerie und folgen Sie Adobe Stock im Januar und Februar zu Gesprächen mit Künstlern, deren Arbeit Ruhe und Raum zum Nachdenken gibt. Lesen Sie auch die vollständige Trendprognose für 2018.

 

 

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