RSS

Ist das „Sie“ noch zeitgemäß?

Diese Frage stellt Olaf Giermann in DOCMA 61 anlässlich unserer neuen Serie mit Beiträgen von Calvin Hollywood, in dem unsere Leser erstmals geduzt werden. Schreiben Sie uns Ihre Meinung.

In unserer neuen Serie „Schlüsseltechniken“ (in DOCMA 61 ab Seite 32) stoßen Sie erstmals auf einen docmatischen Stil- und Tabubruch: Statt der im Mittelalter zunächst nur gegenüber Höhergestellten aufgekommenen und seitdem tradierten, variierten (Euch/Eurer; Er/Sie) und verfeinerten Höflichkeitsformen benutzen wir hier erstmals die persönliche Anrede, da nur dies den Kommunikationsstil von Calvin Hollywood – seiner Ansicht nach – authentisch widerspiegelt.
Online fristet das Siezen schon seit den Anfängen von Internet und Usenet ein Schattendasein – in Foren, Kommentarfunktionen und auf Facebook duzt man sich heute. Selbstverständlich.
Die einzige Ausnahme ist hier Twitter, bei dem es nach wie vor eine wahrscheinlich eher witzig gemeinte Präferenz für die Höflichkeitsform unter manchen ­Hardcore-Twitterern gibt.
Auch im „echten Leben“ zieht zunehmend das Du ein, zum Beispiel duzen Apple und IKEA ihre Kunden durchgängig. Ich persönlich habe auch keinen einzigen geschäftlichen Kontakt mehr, bei dem ich mein Gegenüber siezen müsste. In der Kreativbranche sah man das eh noch nie so eng. Man duzt sich eben. Außer­halb der Foto- und Kreativ-Szene, also im Alltag, ist das nach wie vor anders. Einen Fremden duzt man höflicherweise nicht – egal ob es sich um den Polizisten, die Kassiererin im Supermarkt, den Bank-/Finanzamt-Angestellten oder den Döner-Verkäufer handelt.
Aber wie halten wir das in einem Magazin über Bildbearbeitung? Wir sind ja quasi unter uns – also kreative Freigeister, deren Schaffen in jedem Fall eine sehr subjektive und persönliche Angelegenheit ist. Viele Leserbriefe (= ein altmodischer Ausdruck für E-Mail) an uns werden bereits in der persönlichen Anrede verfasst, die wir genauso persönlich beantworten. Wir respektieren aber auch die Höflichkeitsform. Doch wie sehen Sie das? Schreiben Sie uns an redaktion@docma.info!
Ihr Olaf Giermann

Diesen Kommentar finden Sie in Olaf Giermanns Fragestunde in der aktuellen DOCMA-Ausgabe, die Sie im Zeitschriftenhandel bekommen und in unserem Webshop bestellen können.
Wenn Sie sofort weiterlesen möchten, kaufen Sie sich im Webshop die PDF-Version des Heftes.

Diesen Artikel können Sie in voller Länge in DCMA 61 lesen.

Related Posts

Mitdiskutieren