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Farbe, aber richtig

Der Fujifilm Fotoservice pro sorgt für verlässliche Farben bis zum gelieferten Print. Was Sie als Kunde dafür tun müssen, damit es auch mit Ihren Bildern funktioniert, erfahren Sie von uns.

Dass nur ein durchgängiges Farbmanagement im gesamten Workflow des Bildbearbeiters unliebsame Überraschungen vermeiden kann, haben wir oft genug betont. Oft endet die farbverbindliche Bearbeitungskette allerdings bei einem Dienstleister, der Farbprofile ignoriert, so dass alle Mühe vergeblich war. Wie man es besser macht, beschreibt Michael J. Hußmann anhand des Fujifilm Fotoservice pro, der für verlässliche Farben bis zum gelieferten Print sorgt.
Farbmangement gilt oft als kompliziert, aber tatsächlich ist es eine einfache und robuste Lösung für Probleme mit der Farbwiedergabe, die auch dann Erfolg verspricht, wenn Sie mit unterschiedlichen Geräten oder Dienstleistern arbeiten und dennoch reproduzierbare Ergebnisse erwarten. Aber selbst wenn Sie in Ihrem Workflow für ein durchgängiges Farbmanagement sorgen, können Sie noch im letzten Schritt scheitern – wenn der Bilderdienst, der Ihre Werke als Prints, Fotobücher oder Kalender zu Papier bringen soll, die Farbverbindlichkeit weniger wichtig nimmt, als Sie es tun. Oft müssen wir leider empfehlen, Bilder im sehr kleinen sRGB-Farbraum zu speichern, weil der Dienstleister die eingebetteten Profile größerer Farbräume ohnehin ignorieren würde. Doch das muss nicht so sein.
Fujifilms Fotoservice pro hat sich zum Ziel gesetzt, die hohen Qualitätsmaßstäbe des Bildbearbeiters bis zum fertigen Produkt aufrechtzuerhalten, was für das Farbmanagement ebenso wie für die Unterstützung einer Farbtiefe von 16 Bit gilt.
Farben managen
Die Notwendigkeit eines Farbmanagements rührt daher, dass Farben nicht schon dadurch eindeutig bestimmt sind, dass man die Anteile von Grundfarben wie Rot, Grün und Blau angibt. Schließlich kommt es dabei auf das präzise Rot, Grün und Blau an, sowie darauf, welcher Helligkeit ein bestimmter Prozentwert exakt entspricht. Zudem nutzen viele Ausgabegeräte ganz andere Grundfarben, die subtraktiv statt additiv kombiniert werden. Ein Fotobelichter arbeitet zwar mit den additiven Grundfarben Rot, Grün und Blau, ein Drucker aber beispielsweise mit 11 Grundfarben, die subtraktiv übereinander gedruckt werden. Bei der Beurteilung der Bilder am Monitor spielt die Farbcharakteristik der Hintergrundbeleuchtung ebenso eine Rolle wie das Umgebungslicht, das der Bildschirm reflektiert.
Für einen farbverbindlichen Workflow muss jedes Ihrer Geräte kalibriert, also auf einen vorgegebenen Standard geeicht sein. Weiterhin ist ein Profil nötig, das die Farbcharakteristik des Geräts definiert. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, lassen sich die Farbdaten von Eingabegeräten wie Kamera und Scanner so umrechnen, dass sie auf dem Bildschirm ebenso wie wie auf Foto­papier ausbelichtet oder gedruckt so naturgetreu aussehen, wie das technisch möglich ist. Das funktioniert um so besser, je größer die Farbtiefe ist, denn je mehr Bits verfügbar sind, um den Anteil einer Farbe anzugeben, desto geringer ist die Gefahr, dass subtile Abstufungen im Laufe der Bildbearbeitung durch Umrechnungen verloren gehen.
Rendering Intent
Mit der Kalibrierung und Profilierung ist es freilich immer noch nicht getan, denn leider hat nicht jedes Gerät den gleichen Gamut, kann also nicht denselben Farbumfang wiedergeben. Es lässt sich daher nicht vermeiden, an irgendeiner Stelle im Workflow zwischen Farb­räumen unterschiedlicher Größe umzurechnen, und wenn der Zielfarbraum kleiner ist oder sich nur zum Teil mit dem Quellfarb­raum überschneidet, gehen Farben verloren. Es kommt darauf an, diesen Verlust möglichst wenig sichtbar werden zu lassen, indem Sie die für Ihr Bild optimale Umwandlungs­methode wählen, den sogenannten „Rendering Intent“.

In der Praxis
Für ein optimales Printprodukt müssen beide Seiten die notwendigen Voraussetzungen schaffen, also der Bildbearbeiter als Kunde ebenso wie der Dienstleister – in diesem Fall der Fujifilm Fotoservice pro (www.fujifilm-fotoservicepro.de), dessen Software FFSpro Sie in Versionen für Windows und Mac OS X von dessen Website herunterladen können.
Ihr Beitrag besteht zunächst einmal darin, den Bildschirm zu kalibrieren und zu profilieren – ideal ist ein hardware-kalibrier­barer Monitor, der die von der Grafikkarte des Computers gelieferten Daten feiner aufgelöst in jene Werte umsetzen kann, die die gewünschten Farben auf den Bildschirm bringen. Für eine präzise Profilierung benötigen Sie ein Messgerät wie beispielsweise den Datacolor Spyder, um Soll- und Ist-Farben in Einklang zu bringen. Auch Ihre Kameras sollten Sie wie in DOCMA 59 (ab Seite 96) sowie in dieser Ausgabe ab Seite 76 beschrieben kalibrieren. Im Interesse einer realistischen Beurteilung der Bilder auf dem Monitor müssen Sie dessen Helligkeit reduzieren: Von TFT-Bildschirmen werden Helligkeiten von 250 cd/m2 erreicht, deren Brillanz das Papierbild unmöglich entsprechen kann; sinnvoll wäre ein Wert von maximal 130 cd/m2. Als Farbtemperatur empfiehlt Fujifilm 5000?K.
Damit sich der farbverbindliche Workflow bei der Übergabe Ihrer Daten an den Dienstleister bruchlos fortsetzt, ist eine geeignete Software als Schnittstelle nötig. FFSpro akzeptiert die gängigen Datenformate wie PSD, TIFF, JPEG und PDF im RGB-, CMYK- oder Graustufenmodus und einer Farbtiefe von bis zu 16 Bit pro Kanal. Bei der Wahl des Farbraums müssen Sie sich keine Beschränkungen auferlegen, können also statt des kleinsten gemeinsamen Nenners sRGB auch den deutlich differenzierteren Adobe RGB oder den noch größeren Farbraum eciRGB verwenden. Nachdem Sie ein Bild ausgewählt haben, zeigt die Software den Farb­raum und die Bildgröße an. Aus Bildgröße und gewünschtem Ausgabeformat ergibt sich ein Qualitätsindex, an dem Sie ablesen können, ob die Auflösung für das angestrebte Druckformat ausreicht.
Zur Kontrolle der Farbwiedergabe des gewählten Printprodukts bietet FFSpro einen Softproof an, der das Ergebnis der nötigen Umrechnung der Farben am Bildschirm simuliert (siehe die Abbildung auf der vorigen Seite). An dieser Stelle müssen Sie sich nun für einen bestimmten Rendering Intent entscheiden, den Sie als globale Voreinstellung festlegen, aber auch von Bild zu Bild anpassen können. Ihre Wahl wird mit den Bilddaten an Fujifilm übermittelt, sodass Sie sicher sein können, dass die Farben jedes Bildes optimal auf den Farbumfang von Belichter oder Drucker umgerechnet werden.
Als Standard ist der Rendering Intent „perzeptiv“ gewählt. Diese Umrechnungsmethode rechnet die Farben so aus einem größeren in einen kleineren Farbraum um, dass die Unterschiede zwischen den Farben so weit wie möglich erhalten bleiben, auch wenn sich ein großer Teil der Farben dabei verschiebt. Der Farbumfang wird also im Ganzen auf einen kleinen Umfang komprimiert. Da wir Farb­unterschiede präziser als absolute Farben wahrnehmen, wirkt das Ergebnis der großen Zahl von Farbverschiebungen meist sehr natürlich.
Für manche Motive ist diese Methode allerdings weniger geeignet. Dank der Softproof-Funktionen können Sie vergleichen, welche Ergebnisse die übrigen Optionen bieten. Der Rendering Intent „relativ farbmetrisch“ hält alle Farben konstant, die auch im Zielfarbraum enthalten sind, und wählt für alle übrigen Farben die jeweils bestmögliche Annäherung. Die Variante „relativ farbmetrisch mit TK“ wendet eine Tiefenkompensation (TK) an, die die Schattenzeichnung mancher Motive verbessert. Falls Sie mit Bildern im kleinen sRGB-Farbraum arbeiten müssen, können Sie eine „sRGB-Optimierung“ wählen.
In den nächsten Folgen der Artikelreihe zum Fujifilm Fotoservice pro werden wir auf die Hintergründe des Farbmanagements in FFSpro eingehen sowie die praktische Durchführung eines konkreten Druckprojekts und spezielle Serviceleistungen behandeln.

Diesen Artikel sowie viele weitere Tipps, Tricks und ausführliche Workshops finden Sie in Ausgabe 60 des DOCMA-Magazins, die sie am Kiosk und in unserem Webshop – als Heft und als ePaper-Version – erwerben können.

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