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Premium-Workshop Freistellen

Das Auswählen von Objekten und Personen für Farbkorrekturen oder Fotomontagen gehört zu den wichtigsten und ­notwendigen Arbeits­schritten in der Bildbearbeitung. In diesem Work­shop ler­nen Sie die essenziellen Konzepte kennen, und Sie erfahren, warum Freistellen nicht erst am Computer beginnt.


Das Ausgangsmaterial Selten hat man so einen schönen Kon­trast wie bei einem gelben Gummiball vor strahlend blauem Himmel, bei dem eigentlich jede Freistellmethode (Auswahlellipse, Farbbereichsauswahl, Schnellauswahl, einfache Kanalberechnungen …) funktioniert. Meist ist es deutlich komplizierter.
Das Problem beim Freistellen ist zum einen, dass die Lebewesen oder Objekte nicht optimal dafür beschaffen sind. Wären Tiere und Objekte allesamt kubisch oder kugelrund, dann wäre Freistellen deutlich einfacher. Rechteck-Auswahl oder Ellipsen-Auswahl – fertig!
Zum anderen sind auch die Fotografien nicht immer optimal. Meist ist dies auf unbedachtes Fotografieren zurückzuführen, so dass wichtige Details wie beispielsweise wehendes Haar mit einem unruhigem Hintergrund verschwimmen, von dem sie nicht mehr zu trennen sind. Licht und Schatten können ebenfalls Kontrastunterschiede im Bild hervorrufen, die eine automatische Auswahl erschweren.
Oberste Priorität sollte also das bewusste, gezielte Fotografieren für das Freistellen sein. Natürlich ist das nicht in jedem Fall möglich, denn in einem Tierpark kann man sich selten den besten Winkel oder den passenden Hintergrund für ein Tier heraussuchen. Oder man weiß zum Zeitpunkt eines Schnappschusses noch gar nicht, dass dieses Bild später gut in eine Fotomontage passt.

Freistellen ist ein notwendiges Übel, das mitunter viel Zeit kostet  und vom eigentlichen, kreativen Prozess ablenkt. Richtig? Ja, aber sehen Sie es mal so:
1. Betrachten Sie das Freistellen als meditativen Prozess, der Ihnen gut tut. 2.?Betrachten Sie es als kreativen Prozess und tricksen Sie durch Kombination von Ebenen und Füll­methoden, statt stundenlang in Feinarbeit auf Zoomstufen über 200 % an einer Maske zu feilen.

Durch bessere Fotos reduzieren Sie Freistell-Schwierigkeiten drastisch in vier Deeskalationsstufen:
Stufe 1: Der Freistell-Super-GAU. Es sollen durchscheinende, feine Details vor einem ähnlichen und/oder sehr unruhigem Hintergrund freigestellt werden. Dummerweise haben gerade Bild­bearbeitungseinsteiger dieses Problem am häufigsten und scheitern zwangsläufig daran, weil sie zum einen vorwiegend ungeplante Fotos verwenden und zum anderen keine ausreichenden Photoshop-Kenntnisse besitzen. Ein Haar, dessen Verlauf man aufgrund von nur an wenigen Stellen auftretender Reflexe lediglich erahnen kann, ist schlicht und ergreifend nicht freistellbar. In solch einem Fall gibt es nur eine Lösung: Die „freizustellenden“ Details selbst in Photoshop erstellen.
Stufe 2: Details mit gutem Kontrast. Freistellen von Details ist immer dann einfach, wenn zwischen Objekt und Hintergrund ein guter Kontrast besteht. Die Freistellmethode hängt hier von den Details ab. Verlass ist hier immer auf Hand­arbeit auf Basis der kontrastbasierten Maskierung („Kanäle“).
Stufe 3: Keine Kantendetails. Bei einem Objekt mit klaren, glatten Kanten ist der Hintergrund völlig egal. Denn gerade und geschwungene Formen sind mit dem Zeichenstift präzise und leicht freizustellen.
Ähnlich einfach ist es, wenn die Kantendetails nicht wichtig sind. Zum Beispiel muss man bei kurzem Hundfell nicht wirklich jedes Einzelhaar exakt freistellen. Mit passenden Pinseln kann man solche Fellkanten sehr schnell und überzeugend freistellen.
Stufe 4: Die Maske fotografieren. Auf dieser Stufe kann von „Eskalation“ eigentlich keine Rede mehr sein – denn die Maske wird unter kontrollierten Studiobedingungen direkt mitfotografiert. Zunächst nimmt man die Person mit dem normalen Licht-Set­up auf und – in einem zweiten Foto – durchleuchtet sie quasi mit einer anderen Blitzgruppe von hinten.

Den Rest des 12-seitigen Premium-Workshops (und natürlich noch viel mehr) finden Sie in DOCMA 45 – erhältlich bei uns im Webshop.

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