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Episode 6: Gloss Enhancer

Das von mir zunächst als ?matt? eingeschätze Proofpapier erschien in Auge des Profis als gar nicht so üble satinierte Fotoqualität.
Doch wie bringe ich das nun meinem Drucker bei?

Heute kam ein Druckspezialist zu Besuch in die Redaktion. Bei einem ausgedehnten Business-Lunch und anschießendem Latte-Macciato Wetttrinken konnte ich ihm eine Reihe von Informationen entlocken, die beim weiteren Experimetieren neue Anstöße liefern könnten.
Das fängt damit an, sich nicht mit den erstbesten Profilierungs- und Druckversuchen zufrieden zu geben, nur weil das Papier wenig geeignet für den Fotodruck erscheint. Klar, das grobe Proofpapier wird sich nicht in hochglänzendes Fotopapier verwandeln. Aber das von mir zunächst als ?matt? eingeschätze Proofpapier erschien in Auge des Profis als gar nicht so üble satinierte Fotoqualität.
Doch wie bringe ich das nun meinem Drucker bei? Zunächst einmal muss sich ihm beim Einlegen der Rolle davon in Kenntnis setzen. Bei der Vorauswahl der Papiere statt ?Proofpapier – matt? auszuwählen, auf ?Fotopapier-satin? klicken. Das war doch noch recht einfach. Auf dieser Voreinschätzungsbasis kann ich nun (was bei mattem Proofpapier nicht, sondern nur bei satinierten und glänzenden Qualitäten möglich ist) die Gloss-Enhancer-on-Option vor der Profilierung anklicken. Dadurch wird beim Druck zusätzlich zur Tinte eine farblose dafür aber glänzende Beschichtung aufgetragen, die, man will es kaum glauben, meine Druckfarben deutlich satter und leuchtender erscheinen lässt.  
Leider ist das Prozedere damit aber noch nicht beendet. Beim ersten so erzeugten Profil gab es auf dem Kalibrierungschart Streifen, da die Tinte scheinbar noch nicht hinreichend getrocknet war. Im  Testbilddruck waren dann zwar die Farben erheblich bunter, aber es fanden sich auch sehr deutliche Tonwertabrisse in den Übergängen. Die Trocknungsdauer lässt sich am Drucker voreinstellen. Entweder ?Optimal? für HP-Medien oder ?Länger? beziehungsweise ?Kürzer?. Das ist als Optionsreichtum nicht üppig, und entsprechend sind auch auf dem nächsten Chart wieder Kratzer und Streifen zu finden, die beim Kalibrationsprozess entstanden sind. Der Druck des Testbilds ist minimal besser, aber noch weit davon entfernt, mich zufrieden zu stellen.
Also auf zum nächsten Versuch: Man kann ja auch einfach ein Testchart unter Umgehung des druckereigenen Spektralphotometers ausdrucken und es per Hand einmessen. Hier zeigt sich dann aber auch schnell warum die Probleme auftauchten: Erst nach mehreren Stunden war die Tinte so weit getrocknet, dass keine Kratzer beim Ausmessen entstanden. Um das herauszufinden waren fünf weitere Testcharts nötig. Es ist also definitiv ein Tinten/Papierproblem. Dennoch prinzipiell kann man den die Ausdruckqualität verbessern, allerdings zeigt sich ein neues Problem. Je enger die Rolle mit abnehmender Länge gewickelt wird, desto mehr kleine Löcher treten auf, die beim Papiertransport entstehen. Laut HP ist das ein Problem, das typischerweise bei nicht für den Drucker geeigneten Medien auftritt. Na super, dann lässt sich dieses alte Kodak-Papier also doch nur für Entwurfsdrucke einsetzen, wenn auch jetzt für brillantere. 

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