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Workshop: Original und Fälschung



Wer heutzutage ein Gemälde von sich oder einem geliebten Menschen anfertigen lassen will, bekommt Probleme. Zunächst ist es in unseren Breitengraden äußerst schwer, überhaupt einen qualifizierten Portraitmaler zu finden. Hat man einen, dann ist ein so erzeugtes Abbild fürchterlich teuer. Wer die preiswerte Variante wählt und die Anfertigung auf den nächsten Urlaub im Süden verschiebt, spart vielleicht viel Geld, muss sich aber unter Umständen mit einer geringen Ähnlichkeit zum Original abfinden. Echte Profis fliegen weit in Richtung Osten und nehmen dorthin eine Reihe Portraitfotos desjenigen mit, der auf Leinwand verewigt werden soll. Diese geben sie einem ortsansässigen Kopisten, der für wenige hundert Mark klassische Kunstwerke auf beliebige Größe reproduziert und dabei das ursprüngliche Konterfei kurzerhand an die Wünsche des Auftraggebers anpasst. Etliche Wochen später erhält man dann das Auftragsportrait per Frachtexpress. Immerhin ein Original in Öl.

Ohne Öl, dafür aber etwas weniger kostspielig war das Angebot der New Yorker Firma Liquid Images. Hier konnte man im Vorbeigehen - wenn man gerade vor Ort war oder falls nicht, übers Internet - sein fotografiertes Portrait in ein Gemälde, ein Filmplakat oder in eine historische Situation einpassen lassen. Und das für nur ein paar lumpige Dollar. Leider hat die Firma zumindest ihre Internetpforte geschlossen, was für alle fernab des Big Apple bedeutet, sie müssen bei derartigen Wünschen nun selber Hand anlegen.


Alles was man dazu braucht ist ein leistungsfähiger Rechner, eine speicherstarke Grafikkarte am hochauflösenden Monitor und ein qualitativ hochwertiges Bildbearbeitungsprogramm wie Adobes Photoshop. Wenn man dann noch die Vorlage eines historischen Portraits in digitalisierter Form auf der Festplatte gespeichert hat, braucht es nur noch ein passendes Portraitfoto. Wichtig bei der Wahl des richtigen Bildes sind die Ähnlichkeit von Blickwinkel, Ausleuchtung und Kopfhaltung im Hinblick auf das Zielportrait. Im schlimmsten Fall fertigt man nach den Maßgaben des Gemäldes eine Fotoserie vor neutralem Hintergrund an. Und schon geht’s los. Was Sie für eine gelungene Komposition wissen müssen, lernen Sie in diesem Workshop für fortgeschrittene Anwender.


Hinweis: Dieser Workshop funktioniert mit Photoshop ab Version 5.5. Für größere Bildansichten bitte auf die Bilder klicken.



1. Köpfe anpassen




Öffnen Sie zunächst das Ausgangsbild mit dem Gemälde und anschließend das Fotoportrait. Stellen Sie dort die Hautpartien unter Zuhilfenahme des Pfadwerkzeugs frei. Sie müssen dabei zumindest auf der linken Seite nicht sehr genau vorgehen und können das Ohr - wie in der Illustration gezeigt - weglassen.



Anschließend wandeln Sie den Pfad durch ziehen auf das Auswahlsymbol am unteren Rand der Pfadpalette in eine Auswahl.



Den ausgewählten Bereich kopieren Sie in die Zwischenablage und setzen ihn anschließend in der Gemäldedatei ein.



Wechseln Sie in das "Bewegen"-Werkzeug, reduzieren Sie die Deckkraft der neuen Ebene auf etwa 70 Prozent und rufen Sie dann im Menü "Bearbeiten" unter "Transformieren" den Befehl "Skalieren" auf. Danach verkleinern Sie das eingefügte Objekt über die Eckanfasser bis es das Gesichtsfeld der ursprünglich portraitieren Person bedeckt.



Dieser Schritt erfordert viel Sorgfalt. Sie bestätigen die Größenänderung durch Drücken der "Return"-Taste. Nun legen Sie eine Ebenenmaske an und entfernen mit dem Pinselwerkzeug ganz grob die überflüssigen Bildbereiche des neu eingefügten Kopfes.



Für die Feinarbeiten setzen Sie die Deckkraft wieder auf 100 Prozent und vergrößern die Darstellung.



Haben Sie sich einmal "vermalt" ,entfernen Sie mit dem Radiergummi die zuviel aufgetragenen Maskenteile wieder. Abschließend wenden Sie die Ebenenmaske auf das Bild an, indem Sie sie auf das Papierkorbsymbol am unteren Rand der Ebenenpalette ziehen und den folgenden Dialog mit "Anwenden" bestätigen.


2. Farbgebung  und Struktur angleichen




Duplizieren Sie zunächst die "Ebene 1" und schalten deren Ansicht mit einem Klick auf das Augensymbol ab. Dieser Schritt bietet Ihnen die Sicherheit, nach fehlgeschlagenen Farbeinstellungen immer wieder auf das Ausgangsmaterial zurückgreifen zu können.



Rufen Sie nun den Filterdialog "Aquarell" auf , den Sie unter "Kunstmalfilter" im "Filter"-Menü finden. Stellen Sie den Detailwert hoch ein, setzen den Abdunklungsbereich auf Null und wählen eine mittlere Strukturstärke.



Gleich danach rufen Sie im Menü "Filter" den Befehl "Verblassen: Aquarell" auf und stellen die Optionen auf 60 Prozent und "Ineinanderkopieren".



Zur weiteren Bearbeitung der Hautfärbung wechseln Sie im Menü "Bild" in den "CMYK" "Modus" und bestimmen daraufhin im Dialog "Farbbalance" durch Probieren die richtigen Farbeinstellungen für Lichter und Mitten.

von Christoph Künne

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