Workshop: Daguerrotypien
In den dreißiger Jahren des letzen Jahrhunderts entstanden die Anfänge der Fotografie, wie wir sie heute kennen. Viele kluge Köpfe haben mitunter jahrzehntelang geforscht, bis sich Ihre Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentieren ließen. Was dabei herauskam, trug denn auch abenteuerliche Namen: Da gab es die Daguerrotypie, benannt nach dem Fotopionier L. J. Mandé Daguerre. Ein Positivverfahren bei dem ein Unikat auf einer Metallplatte entstand. Bei der Kalotypie handelte es sich um ein Negativverfahren, mit dem es möglich wurde, fotografische Bilder zu vervielfältigen. Längst der kollektiven Vergessenheit anheim gefallen sind die Ambrotypie und die Ferrotypie als Glasplattentechniken, die sich besonders für Protraitaufnahmen eigneten, ebenso wie Heliographie und die Zyanotypie als Reproduktionstechniken. Diese in technischer Hinsicht konkurrierenden Herangehensweisen hatten mit den heutigen Aufnahme- und Verarbeitungsverfahren eigentlich nur gemein, daß dabei eine wie auch immer geartete Kamera lichtempfindlich beschichtetes Material belichtet und das Ergebnis anschließend lichtresistent haltbar gemacht wird.
Die Qualität der Ergebnisse war gemessen an den technischen Rahmenbedingungen schon erstaunlich gut. Allerdings führten Unregelmäßigkeiten bei der Produktion und der Verarbeitung des Materials zu qualitativen Einbußen, die uns heute als typische ästhetische Merkmale der damaligen Fotografie erscheinen. So wiesen die Bilder durch lange Belichtungszeiten und Präzisionsmangel im Objektivbau speziell an den Kanten Unschärfen auf. Flecken, Kratzer, Grobkörnigkeit, geringer Tonwertumfang und Schlieren charakterisieren diese alten Fotos ebenso wie der lange Zeit allgegenwärtige Bromfarbton, mit dem man den Bildern eine farbige Anmutung verliehen hat.
Will man derartige Effekte im Photoshop simulieren, muß man schon etwas tiefer in die Trickkiste greifen. Einmal mit den Techniken vertraut, läßt sich jedoch mit jedem Bild die Zeitreise antreten.
Hinweis: Dieser Workshop funktioniert mit Photoshop ab Version 5.5. Für größere Bildansichten bitte auf die Bilder klicken. Registrierte Mitglieder können das Arbeitsmaterial über den Link unterhalb des Workshops herunterladen.
1. Entfärbt und Entschärft
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Bekanntermaßen haben die ersten Fotografien ihre Motive nicht farbig, sondern nur in relativ wenigen Graustufen abgebildet. Daher müssen Sie ein farbiges Ausgangsbild zunächst in ein Graustufenfoto verwandeln. Wenn es schnell gehen muß reicht ein Umschalten im Menü “Bild” unter “Modus” von dem Farbraum in “Graustufen”. Steuerbar wird die Umwandlung mit dem Kanalmixer, der sich im gleichen Menü unter “Einstellen” befindet. Beachten Sie hier den kleinen Schalter “Monochrom” zu aktivieren.
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Um die Scharfzeichnung den historischen Bedingungen anzupassen, duplizieren Sie zunächst die Hintergrundebene. Nachdem Sie den Verrechnungsmodus auf “Multiplizieren” gestellt und die Deckkraft auf etwa 50 Prozent verringert haben, rufen Sie den Gaußschen Weichzeichner auf und regulieren die Unschärfe.
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Reduzieren Sie nun über das Menü “Ebene” die beiden Bildebenen wieder auf eine Hintergrundebene. Einfluß auf den Kontrast des Bildes erhalten Sie mit dem Dialog “Tonwertkorrektur...” unter “Einstellen” im Menü “Bild”. Hier bieten Ihnen die drei Schieberegler unterhalb des Histogramms allerhand Optionen die Tonwertunterscheidung zu begrenzen und das Bild somit abzuflachen. Nach der Einstellung sollten die Tiefen fast gänzlich zugelaufen sein und die Lichter anfangen zu überstrahlen. Mit der Gammakorrektur erhalten Sie die Zeichnung in den Mitten.
2. Künstlicher Kontrastmangel
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Reduzieren Sie nun über das Menü “Ebene” die beiden Bildebenen wieder auf eine Hintergrundebene. Einfluß auf den Kontrast des Bildes erhalten Sie mit dem Dialog “Tonwertkorrektur...” unter “Einstellen” im Menü “Bild”. Hier bieten Ihnen die drei Schieberegler unterhalb des Histogramms allerhand Optionen die Tonwertunterscheidung zu begrenzen und das Bild somit abzuflachen. Nach der Einstellung sollten die Tiefen fast gänzlich zugelaufen sein und die Lichter anfangen zu überstrahlen. Mit der Gammakorrektur erhalten Sie die Zeichnung in den Mitten.
3. Flecken, Schlieren und Kratzer
Das nachträgliche Hinzufügen von Schäden am Bild läßt sich mit vielen Techniken bewerkstelligen. Die Arbeit mit Alphakanälen, wie wir sie hier vorstellen, bietet den Vorzug, daß man einmal angelegte Kanäle durch kopieren in andere Bilder immer wiederverwenden kann.
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Rufen Sie über das Menü “Fenster” die Kanalpalette auf und legen Sie dort mittels Klick auf das Abreißblocksymbol einen neuen Kanal an.
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Wenden Sie den “Rendering-Filter” “Wolken” auf das Bild an. Mit der Verblassenfunktion, die Sie auch im Filtermenü aufrufen, beeinflussen Sie den Effekt nachträglich. Reduzieren Sie die Deckkraft und ändern Sie den Modus auf “Hartes Licht”.
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Damit der Effekt nicht so technisch-gleichmäßig erscheint, übermalen Sie mit Pinsel oder Airbrush einen Teil der entstandenen Wolken mit schwarzer Farbe.
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Kratzer und Schrammen erzeugen Sie durch kleine weiße Striche mit dem Buntstiftwerkzeug. Variieren Sie dabei Form und Größe der Werkzeugspitze.
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Zum Ausfransen der Ränder übermalen Sie diese weiß mit großer weicher Werkzeugspitze bei geringer Deckkraft. Authentischere Ergebnisse im Bezug auf die Fleckhaftigkeit bringt die nachträglich angewandte Kombination des Vergröberungsfilters “Mezzotint...” mit der Verblassenfunktion.
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Wenn Sie den Alphakanal auf das Bild anwenden möchten, aktivieren Sie zunächst den RGB-Komposit-Kanal in der Kanalpalette und laden dann im Menü “Auswahl” unter “Auswahl laden...” den neu erzeugten Kanal. Anschließend drücken Sie, sofern Ihre Hintergrundfarbe auf weiß gestellt ist, die Löschen-Taste auf Ihrer Tastatur.
4. Körnung
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Zur Simulation der Filmkörnung benutzen Sie den Filterdialog “Körnung...”, den Sie bei den Strukturierungsfiltern finden. Ändern Sie hier die Körnungsart auf “Klumpig”. Vor der Filteranwendung sollten Sie sich vergewissern, daß sich das Bild im Graustufenmodus befindet und die Auswahl umkehren.
5. Bromschimmer
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Den letzen Schliff erhält das Bild, nachdem Sie wieder in einen Farbmodus zurück gewechselt sind und die Auswahl aufgehoben haben. Öffnen Sie dazu den Dialog Farbton/Sättigung...”,der sich im Menü “Bild” unter “Einstellungen” befindet. Aktivieren Sie hier den Schalter “Färben” und steuern dann Farbauftrag und Kontrast mit den Schiebereglern.
















aber die Tricks wie man dahin kommt, super!
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