Archiv

Weltklasse-Sammlung der Fotografie



Julie Haftner: unbekanntes Paar. Coloriertes Salzpapierbild, 1863

Die Geschichte des „Museums der Photographie“ im niederösterreichischen Fischamend liest sich fast wie ein Märchen. Rund 25 Jahre lang hat der gelernte Goldschmied Erwin Schwab ein Stück Kulturgeschichte zusammengetragen. Nicht etwa als kleiner Zeitvertreib mit bescheidenem Ergebnis, sondern von Anfang an auf hohem internationalem Niveau. Das Ergebnis ist eine Sammlung, die 100.000 Fotos, 10.000 Bücher und Zeitschriften und über 1000 Kameras umfasst. Die Fotos umspannen einen Zeitraum von 160 Jahren: von sehr frühen Daguerrotypien um 1840 bis zu zeitgenössischer Fotografie. Seltene Geräte sind ebenfalls zu sehen: etwa eine komplette Filmvorführanlage aus der Stummfilm-Zeit.

Eine weitere Besonderheit der Sammlung Schwab: es ist das einzige Fotomuseum in Österreich, in dem Beispiele aller fotografischen Verfahren gezeigt werden. Ob Ambrotypie, Woodburytypie, Salzpapierbilder, Edeldruckverfahren wie Gummidrucke und Bromöldrucke oder Fotos auf Holz: alles ist hier dokumentiert. Der hohe künstlerische und finanzielle Wert dieser Sammlung war bislang nur wenigen Insidern bekannt. Nun findet der Relaunch des kleinen Museums statt, das bereits 1991 gegründet wurde.

Eine Aufsplitterung der Sammlung durch Verkauf an ausländische Interessenten wäre ein herber Verlust. Umso mehr gilt es, dem kulturgeschichtlich so bedeutenden Medium der Fotografie die gebührende Aufmerksamkeit zu widmen. Nichts leichter als das im „Museum der Photographie“ vor den Toren Wiens. Für leibliche Genüsse ist durch das hauseigene Museumsbuffet gesorgt.

Das Museum der Photographie eröffnet am 3. Mai 2008 und ist künftig Freitag-Sonntag von 08.00 bis 18:00 geöffnet. Die Eintrittspreise betragen 4,50.- Euro für Erwachsene und 2.-Euro für Kinder und Jugendliche.

Museum der Photographie
Donauarmstrasse 1
A-2401 Fischamend

von Johannes Wilwerding

Artikel kommentieren


Kommentarfunktion nur für registrierte DOCMAtiker verfügbar.