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„Strand und Meer“



Was unternimmt man nicht alles, um nach dem wohlverdienten Jahresurlaub die Zurückgebliebenen zu beeindrucken und ein klein wenig neidisch zu machen? Neben sonnengebräunter Haut eignen sich auch Urlaubsfotos von Sonne, Strand und Meer vorzüglich für diesen Zweck. Mit grauen Einheitsbildern allerdings dürfte das kaum gelingen. Diese Ansicht vertritt zumindest Andreas Jung. Daher kam ihm die Idee, sein auf der Ile Rousse (Korsika) entstandenes Wettbewerbsfoto „Strand und Meer“ optisch aufzupeppen.

Andreas Jung stammt ursprünglich aus Hindenburg in Oberschlesien, lebt aber seit 1985 im hessischen Oberursel. Für das Fotografieren interessiert er sich seit seiner Jugend. Als Schlosser hatte er allerdings neben dem Beruf kaum Zeit für sein Hobby. Erst als er im Jahr 2000 in Frührente ging, baute er dieses weiter aus. Sein besonderes Interesse gilt zwei durchaus konträren Genres: der Landschafts- und der Architekturfotografie. Die Originalaufnahme des Bildes „Strand und Meer“ entstand in diesem Frühjahr: „Ich war in Urlaub auf Korsika und habe bei Bastia gewohnt. An jenem Tag war trübes Wetter, und ich wusste, dass ich dort kein zweites Mal hinfahren werde. Darum habe ich mich entschieden das Foto trotzdem zu machen. Es wurde mit einer Canon 5D aufgenommen und danach mit Photoshop bearbeitet.“

Auf die Frage, wie Herr Jung das Foto bearbeitete, fällt ihm die Antwort zunächst nicht leicht. „Ich bin kein Profi, also habe ich alles versucht und ausprobiert! Ich habe das alles aus Fotozeitungen gelernt.“ Folgende Standardschritte führt der Hobbyfotograf bei fast all seinen Bilder durch: die Schwellen- und Tonwerte der einzelnen Farbkanäle anpassen, die Sättigung verbessern sowie das Bild unscharf maskieren. Trotz des verwirrenden Namens bewirkt das Nachschärfen mit dieser Maske, dass das Bild insgesamt heller und damit schärfer wirkt. Bei diesem Foto wurde außerdem mit Hilfe der Gradationskurven und des Farbbalance-Parameters die Leuchtkraft der Farben intensiviert. Da der Himmel im Original wenig Struktur aufwies, wurde er ausgetauscht und mit dem Weichzeichner-Werkzeug angepasst. Anschließend wurden die Ebenen zusammengeführt. Die verbleibende Ebene wurde zu guter Letzt umgekehrt multipliziert. Durch diese Funktion werden die Farbinformationen des Bildes mit sich selbst umgekehrt vervielfacht, was eine starke Aufhellung der Bilddetails zur Folge hat.

Obwohl er kein Profi ist, führte dieses Vorgehen Andreas Jung zum Erfolg: Das Wettbewerbsfoto vermittelt nach der Bearbeitung viel eher ein sonniges Urlaubsgefühl, als dies bei der Originalversion der Fall war.

von Julia Emmert, Panthermedia
markusk schrieb am 18.12.2007 15:00
Ich finde, der Austausch des Himmels ist nicht sehr gelungen. Er wirkt doch sehr künstlich bzw. nicht echt bzw. nicht passend. Ein so leuchtender Himmel ergäbe doch auch kein so graues Meer, oder?

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