Leica Oskar Barnack Preis 2008
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„In a window of Prestes Maia 911 Building“, Julio Bittencourt |
Die Leica Camera AG, Solms, schreibt ihren internationalen Fotowettbewerb für Profifotografen „Leica Oskar Barnack Preis“ neu aus. Der Preis wird jährlich an den Fotografen verliehen, dessen treffsichere Beobachtungsgabe die Beziehung des Menschen zu seiner Umwelt in einer Bildserie aus bis zu zwölf Aufnahmen zum Ausdruck bringt. Mit dem Wettbewerb gedenkt die Leica Camera AG dem Erfinder der Leica, Oskar Barnack (1879 – 1936), der ab 1914 immer intensiver mit dem von ihm entwickelten Prototypen, der so genannten Ur-Leica, fotografierte. Die Geschichte der Fotoreportage ist eng mit seiner Erfindung verbunden, da die handlichen und mobilen Leica Kameras ab 1925 neue fotografische Ausdrucksformen ermöglichten.
Einzusenden sind entweder Duplikate von Kleinbild-Dias oder Vergrößerungen, Mindestformat 18 x 24 cm, Maximalformat 20 x 30 cm. Teilnahmeberechtigt sind aktuelle Serien aus dem Jahr 2007 sowie Langzeitprojekte, in denen zumindest Einzelbilder aus dem Jahr 2007 stammen. Der Gewinner erhält 5.000 Euro oder eine Leica Kamera-Ausrüstung im gleichen Wert.
Die Bilder sind einzusenden an die Leica Camera AG, Oskar-Barnack-Straße 11 in 35606 Solms, Deutschland. Die Ausschreibungsunterlagen sind als PDF-Dokument auf den Leica-Internetseiten erhältlich. Einsendeschluss für die Teilnahme ist der 31. Januar 2008.
Letztes Jahr wurde der 26-jährige brasilianische Fotograf Julio Bittencourt mit dem Oskar Barnack Preis für seine Portraitserie über Einwohner eines von Obdachlosen besetzten Hauses in der Innenstadt von São Paulo ausgezeichnet. Mit dieser Serie gibt er den Obdachlosen ein Gesicht, die seit dem 3. November 2002 das Haus Nummer 911 der Prestes Maia Avenue im Herzen von São Paulo bewohnen, das Platz für über 1200 Menschen bietet. Dabei nähert er sich den Einwohnern fotografisch, ohne in ihre unmittelbaren Lebensräume einzudringen. In einem strengen formalen Aufbau portraitiert er die Einwohner an jeweils einem der 364 Fenster des Gebäudes. An der Grenze zwischen beschütztem Innern und der feindlichen Außenwelt lassen sie erkennen, wie viel Leben und Geborgenheit die ärmlichen Wände bieten. Spuren des Verfalls wie von Ruß geschwärzte Wände und notdürftig geflickte Löcher in den Fenstern verstärken den Kontrast zwischen Innen- und Außenwelt. Die neue Stadtregierung von São Paulo will sich des offensichtlichen sozialen Problems in der Innenstadt entledigen und plant eine Räumung des Gebäudes.




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