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„Altstadt“



Fast wie im Grimm‘schen Märchen Dornröschen scheint diese kleine Gasse in Bruneck, Südtirol, im ewigen Schlaf zu liegen. Das Wettbewerbsbild ähnelt eher einem Ölgemälde in pastelligen Farbtönen als einem fotografischen Abbild der Realität. Diese Gasse seiner Heimatstadt hat es Georg Niederkofler besonders angetan: „Idyllisch, mittelalterlich, menschenleer, ohne Schaufenster und Geschäfte...einfach ein ideales Motiv.“ Der 39-jährige Tischler kam durch seine beiden Töchter zur Fotografie. Ursprünglich wollte er nur deren Aufwachsen dokumentieren. Nachdem er jedoch zunehmend Interesse an deren vielseitigen Möglichkeiten entwickelte, kaufte er sich bald eine digitale Spiegelreflexkamera und setze sich mit der Fotonachbearbeitung auseinander.

So kam er auch auf die Idee, an diesem Wettbewerb teilzunehmen: „Ich wollte mein Lieblingsmotiv als originalgetreues Abbild der Realität fotografieren und zum Vergleich bearbeiten, alles herausholen von den Farben bis zu den Konturen. Den meisten meiner Bekannten und Freunden gefiel das bearbeitete Bild besser als das Original, obwohl es nichts mit der Realität zu tun hat, künstlerisch ja sogar märchenhaft aussieht.“

Das Bild wurde als High Dynamic Range Image (HDRI) konzipiert. Dafür nahm der Fotograf mit verschiedenen Belichtungszeiten mehrere ansonsten exakt gleiche Bilder auf. Diese Bildserie wurde anschließend mit dem Freewareprogramm Picturenaut zu einem HDR-Bild zusammengefasst. Die Kombination aus Dynamik und Abstufungsfeinheit solcher Bilder führt dazu, dass die darin enthaltene Informationsdichte wesentlich höher ist als bei einem gewöhnlichen Foto. Durch ein Tone Mapping wurden nun die Details in Licht und Schatten herausgearbeitet, so dass der komplette Dynamikumfang der Aufnahme sichtbar wurde.

Anschließend nutzte der Südtiroler die Möglichkeiten von Photoshop, um das Bild weiter zu optimieren. Die Farbsättigung und die Kontraste wurden nochmals überarbeitet und das Bild mit dem Filter unscharf maskieren nachgeschärft.

Mit diesen Mitteln wurde aus dem naturgetreuen Abbild der kleinen Brunecker Gasse eine unnatürliche Welt geschaffen – ein mittelalterlicher Dornröschenschlaf, kombiniert mit virtueller Farbgewalt.

von Julia Emmert, Panthermedia
fandango schrieb am 18.01.2008 19:27
Der Himmel ist deshalb so grau, weil noch ein auf die Lichter abgestimmtes Foto bei der Verrechnung fehlte. Meist werden drei Bilder miteinander verrechnet, eine Normal-Belichtung, eine Unter-Belichtung von minus zwei Zeitstufen, eine Über-Belichtung von plus zwei Zeitstufen. Da meist die Auto-Exposure-Bracketing zum Belichten eingesetzt wird, hat der Belichtungsmesser eben nur den großen relativ dunklen Bereich des Bildzentrums herangezogen. Hier fehlt zum Verrechnen eine manuell eingestellte Belichtungsversion von minus vier oder minus acht. Dann kann der graue Himmel auch durchaus Zeichnung und nicht nur ein Mittelgrau erhalten.
cg-digitalimage schrieb am 17.01.2008 14:16
Auf seine Weise wirkt das Motiv, allerdings stimme ich in einer Sache stefanluedtke zu: Beim Himmel würde ich noch hand anlegen (montage etc) smile

Gefällt mir trotzdem gut zwinker

lg
stefanluedtke schrieb am 12.01.2008 11:00
ein durch übertriebenes Tonmapping völlig verdorbenes Bild. Der eingegraute Himmel der vormals einfach weiss und überbelichtet war sieht grauenhaft aus. Wenn das Bild als HDR konzipert war verstehe ich nicht, warum das Endergebnis so bescheiden aussieht. Das hätte man besser machen können.

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